„Jetzt leg doch mal dein Handy weg! Kannst nicht mal einen Tag ohne dein Telefon und deinem Computer? Du hörst doch gar nicht richtig zu! Mit dir kann man einfach nicht reden…“

Neunzig Prozent aller Blogger – und ich traue mich jetzt Wetten – sind mit der Problematik vertraut, kennen solche Sätze, welche ich oben geschrieben habe (und das ist nur ein harmloser kleiner Auszug). Neunzig Prozent aller Blogger haben so einen Satz bestimmt schon einmal in ihrem Leben zu hören bekommen.

Viele aus meiner Familie und auch Freunde und Bekannte sagen das ständig. Nerven mich damit und motzen mich an, dass ich „ja ununterbrochen“ an meinem Handy, Computer oder an meiner Kamera hänge. Die, die das sagen, wissen aber leider nicht wirklich, was ich den ganzen lieben langen Tag so mache. Die haben oft keine Ahnung vom Bloggen und all dem drum herum. Das nehme ich auch keinen übel! Diese große „neue“ Onlinegalaxie aus Social Media Kanälen und Open-Source Content Management Systemen. Da kommt oft nicht jeder mit, interessiert sich nicht dafür oder kann halt einfach nichts damit anfangen. Das macht mir auch nichts aus. Ich bin nicht hier um diejenigen zu belehren. Jeder hat andere Interessen. So is das nun mal. Aber ich möchte einfach mal einen Artikel schreiben & euch allen – EUCH Freunden, Familie, Bekannte, Verwandte und Neider erzählen, was ich so treibe.

Einfach, damit ihr es auch verstehen könnt, denn ich glaube, die meisten dieser oben genannten Aussagen sind nicht mit bösem Hintergrund. Und ich möchte mich hier auch absolut ganz und gar nicht beschweren sondern einfach nur mal den Leuten, die mit der Materie nix am Hut haben, erklären was ich so treibe. That’s it. No Bashing, No Self-Pity.

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Es ist gerade 23:33 Uhr. Mittwoch, Feiertag. Ich hatte heute frei. Für alle, die es immer noch nicht wissen, ich arbeite 32 Stunden in einer medizinischen Einrichtung. Ich habe einen „echten“ Job. Morgen muss ich früh raus. Um 06:00 Uhr läutet mein Wecker und während ich hier immer mehr und mehr schreibe, wird es immer später und meine Nacht immer kürzer. Mein Freund schläft. Seelenruhig hier direkt neben mir. Ich arbeite. Das ist nämlich auch meine Arbeit. Bloggen.

Während ich hier tippe und nicht auf mein Handy schaue, stapeln sich die ungelesenen Nachrichten auf meinem iPhone und die Zahlen in den roten Kreisen rechts oben im Eck beim App wird immer höher. Gerade eben habe ich auf Instagram gesehen, das auf mein Bild 42 (!!) Personen ein Kommentar hinterlassen haben.
42 Personen haben mir ihre Zeit geschenkt. Und natürlich möchte und muss ich denen auch Antworten. Ich fühle mich verpflichtet! Ich habe von meiner Mama gelernt, mich immer zu bedanken & höflich zu sein. Wenn mir also jemand seine Zeit schenkt, bedanke ich mich. Und das dauert.

Ich sehe gerade, dass in meinem Instagram Direkt Message Account auch 3 Nachrichten eingetrudelt sind. Eine nervige Anfrage für Produktwerbung, eine Antwort von einer Freundin UND eine Nachricht einer Leserin. Sie stellt mir viele Fragen, bewundert mich und lobt mich ungemein. Ich fühle mich so geschmeichelt & freue mich wie nie zuvor. Ich kann das – auch nach 3 Jahren bloggen – immer noch nicht fassen, dass MIR jemand SOWAS schreibt!! Sie hat natürlich auch eine ausführliche, nette und vor allem authentische Antwort verdient. Und das dauert.

Neben meinem Instagram Account, habe ich noch einen weiteren Reise-Instagram Account um den ich mich kümmern muss. Der is zwar noch klein und neu, macht nicht so viel Arbeit, aber er ist da und muss betreut werden. Und das dauert.

Das alles ist nur ein Kanal. Ein Brennpunkt von vielen. Da ist nämlich noch meine Facebook Page, meine Travel Gruppe und mein privater Account. Alles zusammen ein Haufen Arbeit. Kommentare, Nachrichten und Fragen müssen beantwortet werden. Und das dauert.

Aber es wäre ja schön und gut, wenn es nur das wäre. Da sind aber auch noch 2 E-Mail Accounts. Mein privater Blogmail Account & mein Business Account. Von meinem ganz privaten GMX Mail Account sprechen wir mal lieber nicht. Die Anzahl der ungelesenen Nachrichten ist bereits 4-stellig. Wahrscheinlich aber eh nur Spam…

Ich bekomme am Tag sehr viele E-Mails. Anfragen von Firmen, Fragen von Bloglesern, Newsletter Updates von Newslettern welche ich nie bestellt habe. Spam & Werbung. Auf Anfragen muss ich antworten und auf die Antwort muss ich dann auch wieder antworten. Ebenso bei den Mails meiner Leser. Spam & Werbung muss ich löschen und diese unendlich vielen Newsletter muss ich entabonnieren. Woher kommen die eigentlich alle?! Und das dauert.

Eine Kooperation muss abgerechnet werden. Ich muss eine Rechnung erstellen, eine E-Mail an den Kooperationspartner schicken. Vergangene Kooperationen müssen abgeschlossen werden. Zahlungseingänge geprüft und gegebenfalls Kooperationspartner an die ausständige Zahlung erinnert werden. Oft 2-3 Mal. Nervig – und das dauert.

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Es ist jetzt 23:58 Uhr und ich habe mal alles was drum herum, um meinem Blog so passiert im Groben (das ist wirklich grob erklärt & bei Gott nicht alles) erklärt. Der Blog wurde hier noch nicht mal erwähnt. Auch nicht die Fotografie und alles andere, das zur Arbeit eines Bloggers zählt.

Ich lebe (zum Teil – also aus Blog-Perspektive betrachtet) von meinen Lesern. Von all den Kommentaren, Likes und Zugriffen. Ohne meiner Community gäbe es kein Chic Choolee und ohne Chic Choolee keine Julia, die andauernd am Handy hängt und versucht, diese Flut an Nachrichten zu bewältigen. Wenn es meinen Blog nicht gäbe, dann müsste ich keinem Antworten und somit auch nicht in mein Handy glotzen. Und da ich nicht den ganzen lieben langen Tag vor meinem PC sitzen möchte, mache ich eben vieles vom Handy. So sieht‘s aus.

Würde ich das nicht machen, müsste ich das alles am Abend bzw. in der Nacht machen. Was einfach – schon alleine aufgrund der mangelnden Konzentration – nicht möglich ist. Ich verteile es lieber auf den ganzen Tag. Ist einfach angenehmer. Verstehst du das?

Wenn ich aber jemanden antworte, versuche ich aber trotzdem IMMER meinem Gegenüber höflich zu sein und entschuldige mich auch andauernd, wenn ich schnell mal eine Mail schreiben muss oder den Strom abzapfe weil mein Akku mal wieder den Geist aufgibt.

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Es tut mir Leid, dass ich den Eindruck erwecke, nicht interessiert zu sein. Ich bin von Natur aus ein sehr freundlicher und höflicher Mensch und das ist nicht meine Art. Ich tue das, weil es meine Arbeit ist, nicht weil ich ein ungustiöses Arschloch an den Tag legen möchte. Ich habe mich entschieden einen Blog zu gründen und diesen gut zu pflegen. So wie ein Koch am Wochenende arbeiten muss und ein Bäcker früh morgens um 03:00 Uhr aufstehen muss, so muss ich als Blogger quasi rund um die Uhr online sein.

Kein halbwegs „erfolgreicher“ „etablierter“ Blogger auf dieser Welt kann sich eine komplette Auszeit, einen digitalen Detox von – sagen wir mal – mehr als 10 Tagen leisten. Das ist ein Totalabsturz. Und ich möchte mit meinem Blog noch etwas erreichen. Ich möchte wachsen und lernen und das geht nun mal nicht während einer Auszeit.

Ich hoffe, du kannst das jetzt etwas mehr verstehen.

Nochmal: ich beschwere mich nicht. Ich habe mir das selbst ausgesucht. Ich liebe es und ich tue das alles sehr sehr gerne. Dieser Beitrag soll einfach nur „Licht ins Dunkle“ bringen. Also macht mich hier jetzt bitte nicht zur Sau. Ich will nicht auf das auch noch Antworten müssen ;-)