Hallo ihr Lieben! Heute kommt ein Beitrag, auf den viele von euch wahrscheinlich schon sehr lange und sehnsüchtig gewartet haben. Heute ist es an der Zeit für meinen detaillierten (und sehr langen), aber hoffentlich auch super informativen Beitrag über unseren Besuch der Ruinenstadt Machu Picchu in Peru. Auch wenn der Artikel sehr lange ist, solltet ihr auf jeden Fall dran bleiben und bis zum Schluss alles lesen!

Während unserer Südamerika Reise mit Hofer Reisen stand natürlich auch dieses unglaubliche Highlight am Programm. Wie der ganze Besuch aussieht – sprich, was ihr im Voraus buchen solltet, wie lange die Anreise dauert und wie wir den Besuch gefunden haben – möchte ich euch heute in diesem Beitrag ganz detailliert schildern. Sollte ich dennoch etwas vergessen haben, oder wenn ihr noch spezielle Fragen habt, dann stellt sie mir sehr gerne in den Kommentaren. Ihr findet in diesem Beitrag auch alle genauen Kosteninfos.

» 1. Die Anreise  Viele wichtige Infos!

Was ich gleich zu Beginn sagen möchte, damit es sich auch wirklich in eure Köpfe einbrennt, ist folgendes: OHNE REISEPASS KOMMT IHR DORT NICHT REIN! Auch nicht auf bitten und betteln. Weder in den Zug, noch in den Bus, noch in die Ruinenstadt selbst! Ohne Reisepass seid ihr also komplett aufgeschmissen und könnt den ganzen Ausflug vergessen! Deshalb ist es super wichtig, dass ihr vor der Abreise kontrolliert, ob ihr auch wirklich euren Reisepass mithabt. Es wäre ja wahnsinnig schade und deprimierend, wenn ihr dann nicht rein könnt!

Schon die Anreise zum Machu Picchu ab Aguas Calientes ist ein wahnsinnig schönes Erlebnis (aber auch aufwendig und teuer). Ihr braucht für den Besuch auf jeden Fall den ganzen Tag und solltet sehr früh starten und ihr werdet mit Sicherheit auch ziemlich spät im Hotel wieder ankommen. Wir haben die Nacht davor in Ollantaytambo verbracht. Von dort aus sind wir dann zusammen zum örtlichen Bahnhof gefahren.

Der Zug fährt sowohl von Ollantaytambo, als auch eine Station danach in Camino los. Endstation ist dann Machu Picchu – Aguas Calientes. Ihr solltet also – um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren – in einem der Orte an der Zugstation schlafen und am besten 20 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof sein. Ihr könnt euch am Bahnhof noch Mückenspray (die Biester sind eine Qual oben am Machu Picchu), sowie Bananen oder Kekse kaufen. In der Ruine selbst gibt es keine Möglichkeit sich etwas zum Trinken oder zum Essen zu kaufen!

Wir sind um 6:45 Uhr vom Hotel gestartet, um unseren Zug um 7:15 Uhr zu erwischen. Die Zeit brauchten wir dazwischen noch für die Anfahrt zum Bahnhof, um uns Wasser und Snacks zu kaufen plus Check In am Bahnhof. Das Zugticket kostete für die Hinfahrt 65 Dollar und für die Heimfahrt 53 Dollar pro Person. Es wird nicht nur für die Zeit reserviert, sondern auch für einen eigenen Sitzplatz! Sprich, du kannst auch nicht eine Stunde später mit dem Zug fahren. Du musst dir, wenn du den Zug verpasst, ein komplett neues Ticket kaufen, was dann natürlich ganz schön teuer wird!

Natürlich wurde am Bahnsteig vorab unser Ticket und der Reisepass kontrolliert (am Ticket steht übrigens auch der Name und die Passnummer oben). Im Zug eingestiegen wurden wir freundlich vom Personal begrüßt, welches uns auch nach Kaffee, Tee, Fruchtsaft und Wasser fragte – ähnlich wie im Flugzeug. Dies war im Preis inkludiert. Ebenso ein großer Cookie. Der Zug selbst sieht aus wie aus einem Film – einfach wunderschön und im hübschen Retro-Style! Irgendwie erinnerte mich das Szenario total an den OrientexpressIndianer Jones oder einen Jurrasic Park Film. Es sind nicht nur Fenster an den Seiten, sondern auch oben am Dach – was eine unglaubliche Aussicht verschafft.

Die gesamten 1,5 Stunden Fahrtzeit, wird passend zur Umgebung Panflötenmusik gespielt. Das Tal, durch das wir gefahren sind, kann man einfach nicht in Worten beschreiben. So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen! Zu Beginn der Fahrt war noch alles recht steinig, grau und erinnerte mich irgendwie an einen unserer heimischen Nationalparks. Je näher wir an den Machu Picchu kamen und je weiter wir ins Tal fuhren, umso tropischer wurde das Klima und auch die Vegetation rund um uns herum. Es wurde viel grüner, verwachsener und erinnerte plötzlich total an Jurrasic Park! Die Schluchten um uns herum waren sensationell schön. Leider konnte ich aus dem Zug raus keine guten Fotos machen, aber das hätte ohnehin nicht so gewirkt wie in echt! Dieses Bild muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben! Es war ein Erlebnis!

Als wir dann endlich angekommen sind, ging der Stress schon irgendwie los. Erich unser Reiseführer hat uns vor dem Aussteigen bzw. im Bus schon darauf hingewiesen und sagte uns, dass wir sehr schnell durch die Einkaufsmeile und an den Cafés vorbei müssten, um uns rechtzeitig an der ewig langen Schlange für den Bus anzustellen. Der Menschenandrang aus dem Zug ist gigantisch! Jeder will natürlich so schnell wie möglich rauf zur Ruine, was bedeutet, dass man schon mal gut eine Stunde oder länger auf den Bus warten muss, weil es natürlich nicht so viele Plätze in den Bussen bzw. generell nicht so viele Busse gibt und die Fahrt nach oben (und natürlich auch wieder zurück) um die 25 Minuten dauert.

Deshalb solltet ihr auch wirklich alle Tickets für diese Tour im Voraus kaufen! Weitere Infos wo es die Tickets gibt, findet ihr ganz unten im Beitrag. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie lange man warten muss, wenn man sich auch noch ein Ticket kaufen, und sich in der Schlange für die Bus- oder Ruinentickets anstellen muss. Die Schlange an den Kassen war ebenfalls endlos lange! 

Nach einer neuerlichen Pass- und Ticketkontrolle durften wir dann in den Bus einsteigen und das Abenteuer der Anreise fortsetzen. Wir sind gute 25 Minuten eine richtig intensive Serpentinenstraße den Berg nach oben gefahren. Wer sehr empfindlich ist, sollte vorab eventuell eine Tablette gegen Reiseübelkeit nehmen :-) aber schaut euch das Bild an, welches ich verlinkt habe, da kann man schon gut sehen, welche Schlangenlinien man hinter sich bringen muss. Der Bus schaukelt natürlich sehr hin und her, die Schluchten an der Straße sind viele, viele Meter tief und der Bus ist auch recht flott unterwegs, weil einfach so unendlich viele Menschen dort am Tag befördert werden müssen/wollen.

Bei den letzten Schlingen der Serpentinen sieht man dann auch schon auf die Ruine und das war auch der erste Moment, in dem ich Gänsehaut hatte und mir nur dachte „Damn it! Du bist jetzt wirklich da!“ Aber so schnell ging es dann doch wieder nicht. Nach der Busfahrt mussten wir uns natürlich wieder anstellen und wieder darauf warten, dass die ganzen Menschenmengen vor uns schnell in die Ruine reinkommen, damit wir nicht ewig lange anstehen. Leider dauerte es auch dort gut eine halbe Stunde, bis wir am Schalter waren und erneut unser Ticket und den Reisepass herzeigen mussten.

Ihr seht also, schon alleine bis man wirklich rein kommt, also in die Ruine von der Zugstation aus in Ollantaytambo, dauert es in etwa 4 Stunden!! Das ist aber richtig eng kalkuliert und hat nur funktioniert, weil wir 1. einen Reiseleiter dabei hatten, der spanisch gesprochen hat, 2. wussten, dass wir uns beeilen müssen und unser Reiseleiter eine Abkürzung durch die verwinkelte Einkaufsmeile kannte und 3. wir uns bei der Schlange am Bus als Gruppe vordrängen konnten, weil im Bus vor uns noch Plätze frei waren und die Gruppe hinter uns viel größer war.

Wäre das alles nicht der Fall gewesen, denke ich, könnte man noch eine gute Stunde (oder mehr) dazurechnen. Zudem hatten wir ja auch schon alle Tickets und mussten uns auch nirgendwo mehr anstellen. Danach ging es aber endlich los mit unserer Tour durch die Ruinenstadt und rauf zum Sonnentor! Endlich! Ich konnte endlich rauf!

Peru Rundreise mit Hofer Reisen – weil es individuell sehr aufwendig ist

Wer Peru und den Machu Picchu ebenfalls liebend gerne mal besuchen möchte und sich den Stress einer individuellen Buchung ersparen möchte, der kann die Reise auch ganz einfach via Hofer Reisen buchen. Hier werden euch alle Sorgen abgenommen und die Organisation ist wirklich TOP! Die Peru Rundreise (im Grunde ähnlich wie unsere Reise nur ohne die Osterinsel) ist noch bis zum 14.11.2017 buchbar und vom Preis- Leistungsverhältnis wirklich fair! Das Programm könnt ihr online ganz einfach nachlesen. Bei Fragen könnt ihr mir natürlich wie immer sehr gerne schreiben.

» 2. Die Tour  Rein in die Ruinenstadt

Mit dem Ticket (es gilt für den ganzen Tag) kann man zwei Mal durch die Ruine spazieren. Leider – oder wahrscheinlich ist es so auch besser – kann man den Weg in der Ruine nicht mehr zurück gehen. Man muss den ganzen Weg bis zum Ausgang durchgehen und wieder beim Eingang bzw. bei der Kassa durch. Das wollte ich euch nur sagen, bevor ich euch folgendes erzähle…

Da wir zwei Mal durch die Ruine gegangen sind, kann ich euch jetzt folgendes sagen: ohne Reiseleiter oder Guide ist der Besuch nur halb so schön. Ich hätte es so fürchterlich schade gefunden, wenn ich ohne Reiseleiter dort gewesen wäre, weil man in der Ruine selbst keine Information über das Relikt bekommt. Es stehen keine Schilder, die einem etwas erklären und es gibt auch keinen Verleih von Audio Guides, welche einen durch die Ruine führen – so wie das in manchen Museen üblich ist. Deshalb möchte ich euch einen Reiseleiter oder einen Guide sehr ans Herz legen!

Beim ersten Rundgang sind wir mit der Gruppe gegangen und haben eine super tolle Führung plus Erklärung erhalten. Es war nicht nur informativ, sondern unser Reiseleiter erzählte mit solch einer wundervollen Freude und Hingabe, dass das Ganze gleich noch viel mehr Spaß machte! Beim zweiten Mal, als wir dann alleine durchgegangen sind, haben wir einfach nur noch Fotos geschossen und den Ausblick genossen. Erklärungen fanden wir nirgendwo. Deshalb unbedingt mit Guide buchen!

Es war natürlich unglaublich beeindruckend, spannend und wunderschön zugleich. Zudem hatten wir auch richtig, richtig tolles Wetter! Die Sonne zeigte sich die meiste Zeit und nur ganz kurz hingen die Wolken etwas tiefer, aber nicht zu tief um die Sicht zu versperren, sondern um einen richtig tollen und mystischen Touch auf den Bildern zu hinterlassen! Quasi wie bestellt :-) Ich hab mich auch richtig gefreut, dass euch mein Instagram Bild so gut gefallen hat. Hier hat sich ganz kurz der Wind gehoben und mir wäre beinahe der Hut davon geflogen – die Handbewegung ist also nicht gestellt, sondern das Foto ist ein wunderbarer Schnappschuss.

Der Weg durch die ganze Ruine ist etwas anstrengend. Die ersten Meter rauf sind sehr steil und steinig, aber zu bewältigen. Natürlich waren wir alle vollkommen nass geschwitzt, als wir oben angekommen sind. Das Wetter hatte bei uns auch noch wunderbar gepasst und die Sonne knallte uns auf den Rücken. Aber besser so, als Regen oder Nebel! 

Der Weg zum Sonnentor ist auch relativ anstrengend, aber ebenso machbar. Man sollte aber nie die Zeit vergessen! Von der Ruine weg muss man nochmals extra 1,5-2,5 Stunden einplanen. Nicht weil es so weit ist, aber weil man unterwegs auch einige Male stehen bleibt, um Fotos zu schießen. Dort angekommen will man dann ja auch die Aussicht genießen, bevor man sich wieder auf den Rückweg begibt. Deshalb lieber etwas mehr Zeit einplanen als zu wenig.

» 3. Meine persönliche Meinung  zum Massentourismus

Meiner Meinung nach sind am Machu Picchu viel zu viele Leute. Die Ruine ist einfach sowas von voll und die Wege und auch die Ruine werden früher oder später sicher niedergetrampelt sein, weil einfach viel zu viele Leute jeden Tag dort hinströmen! Ich finde es richtig schade, dass es von der Regierung (natürlich aufgrund der Einnahmen) einfach keinen Einlassstopp gibt oder die Besucheranzahl pro Tag drastisch minimiert wird.

Natürlich macht hier nicht nur die Regierung dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung, sondern auch Peru Rail – der Zug –  ist privatisiert und natürlich wollen sich die auch keine Einnahmen entgehen lassen. Richtig schade, wie habgierig der Mensch ist und wie sehr die Geschichte und das Kunstwerk und die Kunstschätze darunter leiden müssen, denn der Machu Picchu ist natürlich eine Sensation und sowas von wunderschön! Den Besuch möchte ich auch auf keinen Fall missen. Unser Reiseleiter ist aber ebenfalls der Meinung, dass die Besucheranzahl für die Ruinenstadt einfach reduziert gehört.

Zum Glück kann man jetzt aber nicht mehr wahllos irgendwo in der Ruine herumklettern und muss stets am Weg bleiben. Man darf den Weg nicht verlassen und wird ständig von Rangers beobachtet und auf den Weg hingewiesen, sollte man sich mal einen Schritt abseits davon befinden. Auch die Sperre von Huayna Picchu finde ich nicht schlecht. So bleibt der Berg etwas Heiliges und wird nicht von zahlreichen Touristen pro Tag besucht und ebenso – im wahrsten Sinne des Wortes – tod getrampelt.

Wichtige Info
langes Anstellen an der Schlange lohnt sich allemal

Wenn ihr mit der Tour durch die Ruine fertig seid, dann plant bitte noch ein wenig Zeit ein (wieder so um die 20-40 Minuten). Gleich nach dem Ausgang, neben der WC Anlage befindet sich ein kleines Häuschen – ihr könnt es eigentlich nicht verfehlen, weil dort richtig, richtig viele Leute anstehen. Solltet ihr es dennoch nicht finden, einfach beim Personal nachfragen! Neben dem Ausgang befindet sich eine kleine Hütte oder besser gesagt ein Unterstand. Dies ist die Machu Picchu Stempel-Station. Dort könnt ihr euch selbst einen Machu Picchu Stempel in euren Reisepass setzten! Kostenlos natürlich. Das ist auf jeden Fall ein Andenken für die Ewigkeit und mal ehrlich, wir alle Sammeln doch Stempel im Reisepass oder nicht :-)

» 4. Hard Facts  Was du sonst noch wissen musst

Hier gibt es nun Hard Facts zur Ruine, Wissenswertes über Preise und wo ihr die Tickets kaufen könnt

So, ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen und ich konnte euch für euren Besuch am Machu Picchu bestens vorbereiten. Falls ich wirklich noch etwas vergessen haben sollte, dann bitte, bitte schreibt mir nur ein kurzes Kommentar oder eine E-Mail, damit ich das hier noch ergänzen kann. Alle Informationen zu den Preisen, wo ihr die Tickets am besten vorab kaufen könnt und noch ein paar wissenswerte Hard Facts über die Ruine und den Machu Picchu gibt es jetzt noch hier im Anschluss. Die Seiten, die ich euch verlinkt habe, hat die Reiseagentur als Buchungsplattform benutzt. Falls ihr eine andere Plattform bevorzugt oder euch lieber in Google schlau machen wollt ist das natürlich auch möglich. Da gibt es zahlreiche Seiten, die ihr bezüglich der Tickets kontaktieren könnt!

Hilfreiche Links zum Ticketkauf für Machu Picchu

Ganz wichtige Infos die ihr beachten solltet

  • Plant für den Besuch reichlich Zeit ein!

  • Startet sehr früh und bleibt so lange ihr könnt!

  • Plant ausreichend Zeit ein um zum Bus zu kommen!

  • Kauft euch Mückenspray! Die Biester sind eine Qual!

  • Tragt gutes Schuhwerk! Die erste Etappe ist hart!

  • Wandert zum Sonnentor rauf!

  • Preise Zugtickets gesamt: 232 Dollar

  • Preise Bustickets gesamt: 96 Dollar

  • Preise Ticket Machu Picchu gesamt: 304 Sol = 93 Dollar

  • Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert

  • Entdeckt wurde die Ruinenstadt Machu Picchu das erste Mal im Jahr 1911

  • Die Inkas, die in der Ruinenstadt lebten, sprachen Quechua

  • Machu Picchu liegt 2.400m über dem Meeresspiegel

  • Die UNESCO nahm Machu Picchu 1983 in die Liste des Weltkulturerbes auf

  • Bauzeit der Stadt: in etwa 60 Jahre

  • Die Stadt umfasste 216 steinerne Bauten

  • Forscher gehen davon aus, dass ca. 1000 Menschen dort gelebt haben

  • In der Anlage wurden über 50 Grabstätten mit mehr als 100 Skeletten gefunden

  • Im Juli 2007 wurde Machu Picchu zu einem der „neuen 7 Weltwunder“ gewählt

  • In der Ruinenstadt leben ca. 80 Lamas

  • Huayna Picchu bedeutet junger Gipfel (kleiner Berg)