Wer eine Rundreise durch Peru plant, der kommt um die Millionenmetropole Lima auch nicht rum. Am internationalen Flughafen in Lima starten und landen nämlich alle internationalen Flüge. Unsere Flüge nach Cusco und auch der Flug nach Santiago hoben vom Aeropuerto Internacional Jorge Chávez ab. Deshalb haben wir während unserer Reise natürlich auch einige Zeit in Lima verbracht um die Stadt etwas genauer zu erkunden.

Ich muss gestehen, mein Frisör (er kommt aus Lima) hat mir den Aufenthalt in der Stadt nicht gerade schmackhaft gemacht. Einerseits aufgrund des hartnäckigen Küstennebels, andererseits wegen der vielen Autos und dem wahnsinnigen Verkehr. ABER ich wollte der Stadt eine Chance geben – schließlich habe ich ja auch das wilde Bangkok in mein Herz geschlossen. Was ich zusammen mit meiner Hofer Reisen Gruppe in Lima besichtigt habe und was ich über die Stadt erfahren habe, möchte ich euch heute in diesem Beitrag erzählen.

» 1. Die Stadtbezirke – Wohin als Urlauber/Tourist?

Lima ist wahrlich eine Millionenmetropole. Insgesamt 10 Millionen Einwohner leben auf einer Fläche von etwa 2672 Quadratkilometern. Da die Stadt wahnsinnig groß ist, ist sie in insgesamt 43 Bezirke (Distritos) gegliedert. 30 der Bezirke befinden sich in der Kernstadt und 13 Bezirke liegen außerhalb der Kernstadt. Jeder einzelne Bezirk hat seinen eigenen Bürgermeister und sein eigenes Wappen. Die schönsten Bezirke sind Miraflores, Barranco und San Isidro.

Wir haben – ähnlich wie die meisten Touristen – im Bezirk Miraflores gewohnt. Hier und in Barranco oder San Isidro gibt es die meisten Hotels, Bars, Restaurants und Einkaufsmeilen. Vom Flughafen haben wir in etwa 45 Minuten bis zu unserem Hotel gebraucht. Wir sind spät am Abend angekommen und hatten Glück, denn es herrschte kaum Verkehr. Nicht nur mein Frisör hatte recht mit dem Verkehr, sondern auch unsere entzückende Reiseleitung hat uns über das Thema aufgeklärt. Die Verkehrssituation in der Stadt ist wirklich katastrophal. Wer unter Tags vom Flughafen in die Stadt möchte kann gut 1,5 Stunden Fahrtzeit rechnen!

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» 2. Sehenswürdigkeiten der Stadt  – Plaza, Museum und Künstlerviertel

In Lima gibt es natürlich auch wundervolle Sehenswürdigkeiten und einige davon haben wir zusammen mit der Gruppe besucht. Neben einer ausgedehnten Stadtrundfahrt durch die modernen Viertel Limas haben wir dann auch einen Spaziergang durch das historische Zentrum der Stadt gemacht, sind am Plaza Mayor spaziert und haben dort auch einen kurzen Blick in die Catedral de Lima geworfen. Auf diesem Platz ist auch dieses Bild hier entstanden, welches ich auf Instagram und Facebook hochgeladen habe :-)

Im historischen Zentrum Limas befindet sich am Hauptplatz – dem Plaza de Armas – auch das große und schöne Regierungsgebäude und die Kirche San Francisco. Ein weiteres Highlight war wohl das Santo Domingo Kloster, welches mich sofort an die Zeit in Marokko erinnerte. Hier entstand dieses wunderschöne Foto.  Alleine wegen der gigantischen und wunderschönen Bibliothek würde ich das Kloster sofort wieder besuchen!

Danach sind wir zum Museo Larco spaziert, dieses befindet sich 15 Minuten vom historischen Zentrum Limas entfernt im Viertel Pueblo Libre. Das Gebäude ist ein in der Zeit von Perus Vizekönigtum gebautes wunderschönes, großes Anwesen, welches auf den Überresten einer Pyramide aus dem 7. Jahrhundert steht! Wusstet ihr, dass es in einigen Stadtbezirken von Lima Überreste von alten Pyramiden zu besichtigen gibt? Am Rande von Miraflores, dem edlen Stadtteil Limas am Meer, gibt es eine präinkaische Sehenswürdigkeit – den Huaca Pucllana! Ein Komplex mit Bauwerken aus Lehmziegeln. Leider wurden viele der Überreste einfach abgerissen um Straßen oder Wohnblöcke darauf zu errichten. Ein paar Pyramiden kann man (bzw. sollte man) noch besichtigen!

Kommen wir aber zurück zum Museo Larco. Das Museum beherbergt eine grandiose Sammlung präkolumbischer Kunst, die mit ihren 45.000 Exponaten (!!) sage und schreibe 4000 Jahre (!!) Geschichte abdeckt. Skulpturen, Keramik, Textilien, Werkzeug und Schmuck aus unterschiedlichen präkolumbischen Zivilisationen Perus können dort bestaunt werden. Eine absolute Empfehlung!! Die Fundstücke sind wunderschön erhalten und unter jeder Vitrine findet man sogar in Deutsch, Englisch, Französisch und vielen weiteren Sprachen die Erklärungen dazu. Im Untergeschoss befindet sich dann auch noch die Erotik Abteilung. Eine fantastische Sammlung erotischer Kunstgegenstände die so gut erhalten sind, dass man fast schon am Alter zweifelt!

» 3. Malecon  – die Flaniermeile Limas

Was an Limas Touristen-Bezirken (die drei, die ich oben genannt habe) am schönsten ist, ist die Lage am Meer und die sogenannte „Malecon„. Das ist die wunderschöne Flaniermeile oberhalb der Steilküste. An dieser Flaniermeile findet man viele wunderschöne und auch große sowie moderne Häuser (alle natürlich bestens gesichert mit Kameras, hohen Zäunen und ggf. auch Stacheldraht). Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick hinunter zum Pazifik und kann die Skyline der Stadt und die vielen Paragleiter und Surfer beobachten. An dieser Straße kann man wunderbar spazieren gehen (oder auch Fahrräder ausborgen) und zum bekannten Einkaufszentrum Larcomar (dort haben wir gewohnt) schlendern.

Unterwegs solltet ihr dann auch unbedingt bei der Rosa Nautica vorbeischauen. Wer gerne guten Fisch isst und etwas mehr Geld in der Tasche hat, ist hier genau richtig! Der Park of Love – nähe dem Kennedy Park – ist ebenfalls sehenswert und lädt für ein paar Stunden zum Verweilen ein. Die Skulptur und die Bauweise erinnern sehr an den Park Güell in Barcelona. Beim Kennedy Park gibt es nicht nur zahlreiche gute Restaurants und Cafés, am Wochenende ist der Platz auch immer voll mit Kunstausstellern oder Flohmarkt Ständen. Vom Park of Love ist es auch nicht mehr weit bis zum Museo de Arte Contemporáneo de Lima.

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» 3. Kulinarik & Nachtleben  – von günstig bis ganz teuer

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber die besten Restaurants gibt es wie immer in den drei genannten Bezirken. Dort ist man essenstechnisch am besten aufgehoben. Egal auf was man gerade Lust hast, oder wie viel man zahlen möchte. Dort findest man kleine Bistros, die wirklich gute Sandwiches anbieten – zum Beispiel La Lucha oder andere Lokale. Direkt beim Kennedy Park befindet sich solch ein kleines Bistro. Dort kann man für wenig Geld sehr, sehr gut essen!

Weiter unten am Meer – nähe Larcomar – befindet sich das Restaurant Popular. Ein wirklich ausgezeichnet schönes Lokal mit super leckerem Essen. Das Essen ist jetzt nicht gerade billig (aber auch nicht unbezahlbar). Für die geniale Aussicht auf den Pazifik und die wundervollen Kreationen am Teller zahle ich dann auch sehr gerne mal ein bisschen mehr. Eventuell habt ihr ja auch meine Story gesehen – das Lokal war wirklich traumhaft! Ein Teil unserer Gruppe ist am Tag darauf sogar nochmal dort hin Essen gegangen.

Vom Popular aus ist es auch nicht mehr weit bis hin zur Rosa Nautica. Ein super exklusives Lokal direkt am Steg vom Pazifik. Schöner und romantischer geht es wohl kaum. Hier bekommt man natürlich erstklassigen Fisch (und auch andere Speisen) serviert. Natürlich sind die Preise hier gehoben! Ich würde dieses Lokal nur für einen speziellen Anlass vorschlagen. Die gute Aussicht hatten wir ja auch im Popular. Einen Besuch würde ich der Rosa Nautica aber dennoch abstatten!

In der Nähe unseres Hotels befand sich auch das Francesco – ein ausgezeichnetes Fischlokal. Leider hatten wir dann nicht mehr genügend Zeit um auch dieses Lokal zu testen, aber unser Reiseleiter war schon einige Male dort und kann es – vor allem wegen der köstlichen Meeresfrüchte – sehr empfehlen. Preistechnsich würde ich sagen, ist es eher die gehobene Mittelklasse. Ein weiteres sehr vorzügliches Fischlokal ist das Restaurante Alfresco in der Nähe des Kennedy Parks.