Und da ist auch schon der nächste sehr lange und detaillierte Blogbeitrag über meine vergangene Südamerika Reise mit Hofer Reisen. Diesmal möchte ich euch reichlich Information über die Osterinsel geben. Ich habe während unserer Führungen immer brav mitgeschrieben und mich in den letzten Tagen und Wochen auch fleißig im Internet über die Osterinsel schlau gemacht. Die Insel ist ein wahnsinnig toller Ort mit so vielen Geheimnissen, so vielen offenen Fragen und einer sehr spannenden Kultur. Ein reinstes Freilichtmuseum könnte man fast sagen. Über die 240.000 Jahre alte Insel gibt es natürlich reichlich zu erzählen und weil ich die Geschichte der Rapa Nui so spannend finde, ist der Beitrag auch sehr lange geworden.

HIGHLIGHTS der OSTERINSEL

  • Hanga Roa – der einzige Ort auf der Insel

  • Rano Kau – 320 Meter tiefer Vulkankrater

  • Puna Pau – Steinbruch der roten Pukao’s

  • Ana te Pahu – die Bananenhöhle
  • Anakena – der einzige Sandstrand der Insel

  • Rano Raraku – der Moai Steinbruch

  • Tongariki – größte Zeremonie-Anlage

  • Ahu Te Pito Kura – der magnetische Stein

Vulkane, Nebenkrater & Höhlen
Die Osterinsel ist aus insgesamt drei Vulkanen gewachsen bzw. entstanden. Aus dem Poike-, Rano Kau sowie dem Maunga Terevaka. Der Terevaka Vulkan hat sich vor rund 240.000 Jahren mit den anderen zwei Vulkanen zur heutigen Osterinsel verbunden. Laut unserer Reiseführerin und auch nach Recherche im Internet, gibt es seit mehr als 2000 bis 3000 Jahren keine vulkanischen Aktivitäten mehr auf der Osterinsel. Der älteste der Vulkane ist mit 2,5 Millionen Jahren der Poike-Vulkan. Als Vulkan ist er aber gar nicht mehr erkennbar. Der „Vulkan“ ist nur mehr als kleine abgetrennte Halbinsel im Pazifik zu sehen. Den Rano Kau kann man als Vulkan noch erkennen. Der Krater fasst einen Durchmesser von sagenhaften 1,6 Kilometern und ist rund 200 Meter tief. Und der Maunga Terevaka Vulkan ragt mit 530 Metern Höhe in seiner Vollkommenheit über die Osterinsel. Zusätzlich zu den Vulkanen, gibt es auch unterirdisch einiges zu erforschen. Da die Insel aus Vulkangestein besteht, haben sich im Gestein zahlreiche Höhlen und Klüfte gebildet. Die Höhlen wurden als Kultstätten genutzt, wie viele Felsmalereien beweisen. Auf der Osterinsel soll es insgesamt 600 Höhlen geben.

Moai’s und Pukao’s
Wir alle kennen sie und ich glaube, dank des iPhone Emojis wissen auch so gut wie alle, wie die kolossalen Steinriesen aussehen. Aber nur die wenigsten wissen wohl, dass die Steinfiguren „Moai“ und die Hüte „Pukao“ genannt werden. Dank der Reise auf die Osterinsel habe ich nun mit eigenen Augen gesehen, wie die Riesen aus dem Berg bzw. dem Steinbruch Rano Raraku geschlagen werden. Aber keiner von uns weiß bis heute wirklich, wie sie auf die Plattformen gekommen sind. Wie sie über die weiten Strecken transportiert und aufgestellt wurden bzw. wie der Hut (welcher separat und lose ist) aufgesetzt wurde. Insgesamt 890 monumentale Moai’s wurden auf der Osterinsel gezählt, vermutet werden aber viele mehr. Im Steinbruch hat es etliche Erdrutsche gegeben, was vermuten lässt, dass viele noch unter der Erde vergraben liegen. Soweit man heute weiß (dank dem Abenteurer Thor Heyerdahl) wurden die Moai’s nicht unter Zwang hergestellt. Unter den Rapa Nui (der Bevölkerung) gab es eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, welche auf die Herstellung der Steinkolosse aus Tuffgestein spezialisiert war.

Der größte gefundene Moai liegt noch fest im Steinbruch Rano Raraku verankert und misst stolze 21,60 Meter!! Fertig hätte er zwischen 200 und 250 Tonnen gewogen! Da kann man sich kaum vorstellen, dass Menschen das damals ohne Maschinen und mit bloßen Händen erschaffen konnten. Forscher glauben, dass dieser Moai niemals transportiert werden hätte können. Dieser Moai trägt den Namen Te Tonkanga (oder auch Teto Kena) und wird auch El Gigante genannt. Der größte fertig gestellte Moai steht am Berghang des Steinbruchs und trägt den Namen Piropiro. Er ist insgesamt 11 Meter lang, wobei davon rund fünf Meter tief im Sedimentboden eingegraben sind. Diesen Moai hab ich euch auf Instagram ja bereits in der Story gezeigt. Wie die Moais früher über die Insel transportiert und aufgestellt wurden, kann heute leider nur geschätzt werden. Ebenso wenig Info hat man über das genaue Alter der Moais. Archäologen sind sich aber sicher, dass die Osterinsel etwa im 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus besiedelt wurde und dass die Ureinwohner Altäre bzw. Plattformen, Zeremonie-Anlagen und die ersten Statuen gefertigt haben.

Weitere Infos über die Osterinsel

Allgemeine Infos OSTERINSEL

[Entdeckung: 1722 vom holländer Jakob Roggeveen] [Amtssprache: damals Rapanui, heute spanisch] [Währung der Insel: chilenische Pesos] [Einwohnerzahl: ca. 7000]

Allgemeine Infos OSTERINSEL

[Angehörig: politisch Chile, geografisch Polynesien] [Höchste Erhebung: Maunga Terevaka 507 Meter] [Einziger Ort mit Strom und Wasser: Hanga Roa] [Öffentliche Verkehrsmittel: gibt es nicht]

» 1. Die Geschichte des Vogelmannes  – religiöse Höhepunkte auf der Osterinsel

Eines der wichtigsten religiösen Höhepunkte auf der Osterinsel war die jährliche Zeremonie, in welcher der Vogelmann gekürt wurde. Eine unglaublich schwierige Zeremonie, wenn ihr mich fragt. Ziel war es, das erste Ei, welches die Ruß-Seeschwalbe auf der benachbarten Insel Motu Nui gelegt hat, zu finden und am Kopf gebunden, zur Osterinsel zurück zu bringen. Das Ei war für die Rapa Nui absolut heilig. Wer die Prüfung bestand und das Ei heil auf die Insel gebracht hat, hatte höchste religiöse Stärke und politische Macht.

Die Völker der Insel versammelten sich damals unterhalb des Vulkankraters Rano Kau. An der steilen Klippe fand die Feierlichkeit statt. Die Teilnehmer mussten die Klippe hinunterklettern und mit einem selbst gebauten „Surfbrett“ – einem einfachen Schilfbündel1,5 Kilometer zur Felseninsel Motu Nui paddeln. Dort kletterten die Teilnehmer dann die Felswände hoch und warteten meist mehrere Wochen in Höhlen auf die Seeschwalbe und ihr Ei. Wurde das Ei gelegt und gefunden, musste sich der Teilnehmer das Ei mit einem Stück Rindenbast um die Stirn binden und es sicher wieder zurück auf die Osterinsel bringen.

Bei diesem Unterfangen sind natürlich auch viele Teilnehmer gestorben. Die Klippen sowohl auf der Osterinsel als auch auf der Felsinsel Motu Nui waren sehr steil und gesäumt mit scharfen Kanten und im Meer warteten zahlreiche Haie auf die tapferen Teilnehmer. Schaffte es aber doch jemand, so wurde er zum neuen Vogelmann gekrönt und es wurde tagelang ein Fest gefeiert. Nach der Mythologie der Insulaner war der Vogelmann der erstgeborene Sohn des Schöpfergottes Makemake.

» 2. Kurzohren und Langohren  – Legende und Interpretation

Angeblich sollen sich zwei verschiedene Bevölkerungsgruppen die Osterinsel geteilt haben. Die Langohren und die Kurzohren. Mit Langohren war wohl die geistige Elite und mit Kurzohren das Volk gemeint. Wer die Langohren bzw. die Kurzohren aber wirklich waren und woher sie gekommen sind, ist bis heute nicht ganz klar. Angeblich sollen die Langohren hellhäutige Menschen aus Südamerika gewesen sein und die Kurzohren dunkelhäutige, die aus dem polynesischen Raum kamen. Der mündlichen Überlieferung nach, sollen die Kurzohren die Langohren für den Niedergang der Insel verantwortlich gemacht haben. Die Langohren seien deshalb auch um 1680 herum komplett vernichtet worden.

» 3. Besiedlungstheorien der Osterinsel – von Polynesien aus?

Wer aber hat die Osterinsel nun wirklich besiedelt? Wie sind die Leute damals auf die Insel gekommen und wann? Fragen über Fragen, welche niemand mehr mit letzter Gewissheit beantworten kann. Dennoch gibt es aber viele Theorien. Die meisten Forscher und Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass die Besiedelung der Insel in mehreren Schüben durch verschiedene Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel durch Polynesier, oder aber durch peruanische Seefahrer geschah. Die Geschichte der Osterinsel und ihrer Besiedelung ist so super interessant. Ich könnte da jetzt echt einen endlos langen Bericht schreiben, aber ich möchte euch ein paar tolle Bücher ans Herz legen und zwar die, des Abenteurers Thor Heyerdahl. Auf Amazon gibt es das Buch Kon-Tiki sowie Aku-Aku schon recht günstig. Dort gibt es einiges über die Besiedlung, über die Kultur und die Geschichte der Osterinsel, sowie der Moai’s zu lesen. Super interessant und sicher keine Fehlinvestition und das Weihnachtsfest steht ja ohnehin schon bald vor der Tür ;-)

Tipps für die Urlaubsplanung

Flüge & Flugpreise AUF DIE OSTERINSEL

Da die Osterinsel zu Chile gehört, ist die chilenische Fluggesellschaft LAN-Chile die einzige Airline, die die Osterinsel anfliegt. Von Österreich oder Deutschland kann man in der Regel eine durchschnittliche Reisezeit von rund 30 bis 70 Stunden (mit Zwischenaufenthalten) einplanen. Die Preise selbst sind ein Wahnsinn! Ich habe mal nach einem Flug für Februar 2018 gegooglet und folgendes Ergebnis gefunden.

[Wien: VIE-MAD, MAD-SCL, SCL-IPC = 3350 Euro] [Frankfurt: FRA-GRU, GRU-SCL, SCL-IPC = 2761 Euro]

Also alleine die Flugpreise (das ist natürlich pro Person!!) für den Hin- und Rückflug übersteigen schon den Preis den die gesamte Rundreise von Hofer Reisen kostet! Und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr auch nicht günstiger auf die Osterinsel kommt. Je nach Saison zahlt man auf jeden Fall um die 2500 Euro bis hin zu 8000 Euro nur für den Flug! Dazu kommen dann ja noch die Übernachtungskosten, Verpflegung, sowie Touren, Transporte, Souvenirs, Taschengeld und so weiter! Auch das Essen und die Hotels sind auf der Osterinsel irrsinnig teuer! Deshalb mein Tipp: Wenn ihr die Osterinsel sehen wollt, dann besucht diese NUR im Rahmen einer (geführten) Rundreise!

Touren & Ausflüge AUF DER OSTERINSEL

Ein Urlaub auf der Osterinsel ist alles andere als billig. Deshalb empfehle ich euch eine Rundreise mit Aufenthalt auf der Osterinsel. So ein günstiges Paket bekommt ihr individuell auf gar keinen Fall. Das zeigen ja auch schon die gewaltigen Flugpreise. Zudem bekommt ihr bei einer geführten Reise wie unserer Hofer Reise auch viele Touren und Sehenswertes geboten. Das selbst zu organisieren wird kompliziert und nochmal teuer!

[Unsere Reiseleitung / Tour Guide: Rapa Nui Travel] [Deutsche WebsiteConny (Besitzerin) ist Deutsche]

Wir haben während unseres Aufenthaltes auf der Osterinsel alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen und waren mit unserem Guide und der Organisation sehr zufrieden. Neben zwei kleineren Halbtagstouren stand auch eine Ganztagstour mit Besuch am Anakena Strand am Programm. Auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, welche ihr oben in meiner Karte sehen könnt, haben wir zusammen mit Rapa Nui Travel besichtigt. Da die Insel auch nicht so groß ist, waren wir am späten Nachmittag meistens schon wieder im Hotel, oder in Hanga Roa im Dorf zum Abendessen und hatten somit auch ausreichend Freizeit um die Insel auf eigene Faust ein wenig zu erkunden.