Und da bin ich jetzt wieder – zu Hause –  und das seit drei Wochen. Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich fühle mich wie in einem Sog, der mich viel zu schnell nach unten zieht, nach unten zum Jahresende. So eine wundervolle und schöne Zeit liegt hinter mir, so viele spannende und faszinierende Länder habe ich in den letzten Monaten bereist und so viele unzählige Erinnerungen geschaffen, welche ich wohl mein gesamtes Leben lang nicht mehr vergessen werde. Reisen ist eins der schönsten Dinge auf der Welt. Trotzdem bin ich froh, eine Zeit lang mal wieder zu Hause zu sein. Mal nicht Koffer packen zu müssen. Ich habe die ruhige Zeit zu Hause vermisst.

Reisen ist zwar schön, nach Hause kommen aber auch.

Ich liebe das Reisen wirklich über alles und kann mir nie mehr vorstellen, ein Monat lang nicht zu reisen. Ich brauche einfach die Abwechslung, den Reiz des Neuen. Ich liebe es, neue Menschen und Kulturen kennen zu lernen und zahlreiche Fotos davon zu schießen, Momente erleben, die einem niemand mehr nehmen kann. Aber nach Hause kommen ist auch schön. Gerade jetzt merke ich das sehr. Ich habe mein zu Hause und das „nichts tun“ vermisst. Einfach mal in Jogginghose den ganzen Tag lang auf der Couch herumlümmeln, einen Tag lang keinen Computer aufdrehen, mal mehrere Stunden am Stück nicht ins Handy schauen. Das sind Dinge, die ich schon lange nicht mehr gemacht habe. Und natürlich, ab und zu vermisse ich das.

Insgesamt 11 Länder, 3 Kontinente und 60 Nächte in einem fremden Bett

Die Zeit ab Juli war für mich richtig intensiv. Im Nachhinein betrachtet hat es schon gepasst – ich habe es gemeistert und blicke auf eine unglaubliche Zeit zurück. Habe so viele tolle Leute kennengelernt und vieles gesehen und gelernt. Aber wenn ich ehrlich sein soll, bin ich echt froh, die letzten beiden Monate des Jahres für mich zu haben. Für mich und meine Gedanken ganz alleine. Eine einzige Reise steht noch bevor, auf die freue ich mich aber schon sehr. Es geht nach Tirol! Falls ihr euch jetzt fragt, was mit der geplanten Reise nach Island passiert ist – ja es ist tatsächlich das erst Mal passiert –ich habe abgesagt.

Meine Freundin Julia, welche mich begleitet hätte, ist 3 Tage davor krank geworden und alleine zu Reisen war für mich keine Option. Wir haben die Reise abgesagt und uns vorgenommen, den Trip im neuen Jahr mit neuer Energie und vor allem gesund nachzuholen! Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann bin ich heil froh, dass diese Reise nicht zustande gekommen ist. Ich bin einfach gerade nicht in Island-kaltes-Wetter-Reiselaune und muss erst mal diese unfassbaren Eindrücke von Südamerika fertig verarbeiten (emotional und arbeitstechnisch gesehen). Das war einfach so eine krasse Reise – ich staune auch jetzt noch weil es einfach unfassbar war und ich es noch immer nicht glauben kann, dass ich auf der Osterinsel war. Damn it!

Und dennoch, die Bucket List wird immer länger..

..statt kürzer. Irgendwie kommen nach jeder Reise und nach jedem Abenteuer neue Destinationen auf meine persönliche Travel Bucket List hinzu. Das ist so ein Kreislauf. Einerseits freut man sich auf zu Hause, andererseits plant man schon das nächste Abenteuer im Kopf. Auf der Osterinsel habe ich schon von Ecuador und einem Abenteuer im Regenwald geträumt. Wenn ich in Thailand bin, denke ich jedes Mal darüber nach, die benachbarten Länder wie Kambodscha, Vietnam oder Laos zu bereisen. Jetzt zu Hause, wo ich Zeit habe nachzudenken, plane ich meine Abenteuer und Reisen für 2018 und da schwirren mir auch so viele tolle Dinge im Kopf herum. Mal schauen, was ich im neuen Jahr so alles umsetzten kann. Denn auch privat wird sich aufgrund des Hausbaus so einiges ändern. Mit Freizeit kann ich dann wohl auch nicht mehr so jonglieren wie dieses Jahr. Aber mal abwarten. Ich lasse das einfach auf mich zukommen.

Ich habe es aber eingesehen und gelernt

Pausen zwischen den Reisen sind einfach wichtig. Eine Home Base und ein paar Tage Leerlauf ebenso. Nicht weil ich zu viel Stress habe sondern allein um wieder klar Denken zu können. Raum lassen für Neues. Wieder zu kreativen Kräften zu kommen. Und es ist schon gut möglich, dass ich mit diesem Problem ziemlich alleine bin weil es einfach ein Luxusproblem ist. Dazu stehe ich auch. Dennoch wollte ich diese Gedanken mit euch hier teilen und es würde mich wahnsinnig interessieren wie ihr dazu steht bzw. wie ihr das so als Follower seht. Ich glaube, das hängt auch mit meiner Art zusammen. Wenn ich etwas mache, dann aber so richtig und zu 150 Prozent. Bei mir gibt es keine halben Sachen und auch keine einzige Minute zum verschnaufen. Wenn ich an etwas Gefallen gefunden habe, dann bin ich in so angefixt und fokussiere mich nur noch auf das. Natürlich kann es dann vorkommen, dass ich einfach zu viel auf einmal mache. Entspannen ist bei mir auf Reisen sowieso ein Fremdwort. Ich habe ständig das Gefühl, etwas zu verpassen oder etwas ausgelassen zu haben.

Ich brauche die Abwechslung und auch eine andere Beschäftigung

Ich glaube, aus diesem Grund könnte ich auch nie „nur aus dem Koffer leben“ – das Leben als digitale Nomadin wäre unvorstellbar für mich. Ich brauche meine Home Base. Meinen Schreibtisch. Meine Kaffeemaschine und meine schnurrende Katze um mich herum. Genauso ist es auch mit meiner Familie und meinen Freunden. Auch wenn ich die Arbeit als Reisebloggerin natürlich von überall erledigen könnte, bin ich dazwischen immer gerne zu Hause. Komme so wieder zu neuen Kräften und genieße die Heimatverbundenheit.

Und genau deshalb bin ich auch so froh, meinen Job zu haben. Erst beim Live Chat vor ein paar Wochen bin ich wieder gefragt worden, warum ich denn nicht nur Reiseblogger bin und meinen Beruf nicht an den Nagel hänge. Nach diesem Jahr hab ich wieder gesehen, wie gut mir die Abwechslung tut. Einfach mal Kraft tanken zu können bei einer anderen Arbeit – mich mit etwas ganz anderem beschäftigen zu müssen. Wenn ich nicht immer diesen Druck des „kreativ sein zu müssen“ im Hinterkopf habe. Das tut schon gut. Und so lange es sich zusammen vereinbaren lässt, möchte ich daran auch gar nichts ändern. Ich mag meinen Job sehr gerne und könnte mir auch nicht vorstellen, den ganzen Tag alleine zu Hause oder in einem Büro zu sitzen zu müssen ohne meine herzallerliebsten Kolleginnen. Ich würde den Austausch wirklich sehr vermissen.

Aber seis wies sei :-) Ich wollte euch einfach mal nur einen kleinen Einblick geben und euch zeigen, dass auch wirklich harte Arbeit hinter meinen Reisen steckt und ich mit viel mehr Arbeit nach Hause komme, als ich weggeflogen bin. Klar bin ich froh darüber, aber natürlich gibt es auch in meinem „Beruf“ Schattenseiten, die man in Kauf nehmen muss. Und da gibt es noch so viiiiele viiiele weitere Dinge, die mich auf Reisen einfach tierisch nerven, die aber im Grunde auch recht Unterhaltsam wären. Hättest ihr Interesse an einem Blogbeitrag über Dinge, die mir persönlich am Reisen am meisten am Keks gehen? Da fällt mir spontan mal die Ritze im Doppelbett ein oder meine ewige Sim Karten Odyssee :-) Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen, ob euch das interessieren würde.