Hallo zusammen! Heute gibt es mal wieder einen neuen Beitrag für die Hausbau Kategorie. Auf meinem Instagram Kanal (@house.no22) habe ich bei meiner letzten Sonntags-Fragerunde oft die Frage bekommen, wie man denn zu einem Grundstück kommt, was man beim Kauf beachten muss und was ich für Tipps hätte für Hausbau-Neulinge bzw. die, die es werden wollen. Also dachte ich mir, ich beginne meine Hausbau Kategorie mit diesem Beitrag. Keine Angst! ich habe in meinen Entwürfen schon einen zweiten Beitrag abgespeichert, welcher sich um das Thema Kostenplanung, Finanzierung und Budgetplanung dreht. Aber, wer ein Haus bauen möchte, der muss zuerst den passenden Bauplatz finden.

Bauplatz finden

So kommst du zu deinem perfekten Bauplatz

Ich kann in diesem Beitrag natürlich nur über meine Erfahrungen sprechen. Ob der Weg, welchen ich gewählt habe, der einfachste und unkomplizierteste war, kann ich euch nicht sagen. Ob es in der Stadt anders abläuft als auf dem Land, auch nicht. Der Grundsatz „Communication is the key“ hat mir bei diesem Thema aber sehr geholfen und mich letzten Endes zu meinem Traumgrundstück gebracht.

Wir spulen zurück in das Jahr 2013. In diesem Jahr herrschte bei uns in der Gemeinde regelrechte Umbruch-Stimmung. Die Preise auf Grundstücke sind wie aus dem Nichts plötzlich wahnsinnig teuer geworden und darüber unterhält man sich Sonntag Nachmittags beim Kaffee. Ich wusste natürlich damals schon, dass ich unbedingt Haus bauen möchte und hatte dann plötzlich Panik, kein Grundstück mehr zu bekommen bzw. mir kein geeignetes Grundstück leisten zu können. Meine Vorstellungen waren mal wieder nicht gerade bescheiden. Ich wollte unbedingt einen großen Garten und ein breites Haus. Diese beiden Aspekte waren ein klares Anzeichen für ein großes Grundstück oder zwei kleine Grundstücke die nebeneinander liegen.

Ich machte kein Geheimnis daraus und habe mit meinen Eltern das Thema besprochen. Meine Mam war eigentlich die Einzige, die genau den selben Gedanken hatte wie ich. „Wenn ich jetzt nicht kaufe, werde ich es mir nicht mehr leisten können“. Alle anderen meinten, dass sich die Situation schon beruhigen würde wenn ich nur ein paar Jahre warten würde. Was für ein Quatsch habe ich damals schon gedacht und gut so! Hätte ich wirklich gewartet, hätte sich meine Vermutung als wahr erwiesen und würde jetzt zu dem Entschluss kommen, dass ich es mir nicht leisten könnte/wöllte. Seit dem Tag, an dem wir das erste Mal über den Grundstückskauf gesprochen  haben und heute, ist der Preis um satte 100-120 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

1. Anlaufstelle: Das Amt / Rathaus oder die Gemeinde

Ich bin also zuerst auf unsere Gemeinde gefahren und habe dort nachgefragt, wem die ganzen freien Grundstücke mitten im Wohngebiet gehörten und ob ich diesbezüglich Telefonnummern oder Adressen bekommen könnte und wurde hier schnell und gut beraten. In solch einem kleinen Ort wo ich wohne, weiß man, wenn man die Namen hört oftmals sowieso um wem es sich handelt und kennt sich aus dem alltäglichen Dorfleben.

So absurd das klingen mag, aber ich habe dann einfach das Telefon in die Hand genommen und bei den Besitzern angerufen, mich vorgestellt und gefragt, ob das Grundstück in der Straße XY denn zu verkaufen wäre und wenn ja zu welchen Konditionen. Die meisten waren super freundlich am Telefon, wollten aber entweder nicht verkaufen weil es eine gute Wertanlage war, oder weil es für Kinder oder Enkelkinder sein sollte. Erst der allerletzte Anruf, beim letzten Grundstück welches mir noch gefallen hat, habe ich eine positive Rückmeldung erhalten und konnte ein Treffen mit dem Besitzer direkt am Grundstück arrangieren. YAY!

2. Anlaufstelle: Online Marktplatz und/oder Immobilienbörsen im Internet durchsuchen

Der Prozess, den ich oben beschrieben habe, hat sich aber doch ein paar Wochen gezogen und konnte nicht in ein paar kurzen Gesprächen an einem Nachmittag abgearbeitet werden. In der Zwischenzeit habe ich natürlich auch im Internet nach Inseraten Ausschau gehalten. Internetseiten wie Willhaben oder ImmobilienScout24 eignen sich hier auch sehr gut. Leider fand ich hier aber kein Grundstück welches mir zugesagt hat. Wie oben schon erwähnt, war ich sehr picky und hatte bestimmte Vorstellungen die nicht so einfach zu finden waren.

3. Anlaufstelle: Baugrundstück mithilfe eines Maklers finden

Zwischenzeitlich war ich auch so verzweifelt, dass ich mich mit einem Makler getroffen habe und auch in Erwägung gezogen habe, ein Grundstück über einen Makler zu kaufen. Dies bringt natürlich Mehrkosten mit sich weil der Makler für seine Arbeit ja auch bezahlt werden möchte. Wenn man aber sonst nichts findet hat man im wahrsten Sinne keine andere Wahl und muss darauf zurückgreifen. Ein Makler kennt Markt und Baurecht und sucht entsprechend nach den individuellen Kundenwünsche nach einem passenden Grundstück und weiß auch über zukünftige Aufschließungen oder Bauträger Projekten bescheid und kann deshalb sehr hilfreich sein.

Bauplatz finden

Grundstückskauf – darauf sollten künftige Häuslebauer achten

Bei einem der oben genannten Suchmöglichkeiten werdet ihr ganz bestimmt fündig. Es kann zwar eine Zeit dauern, aber irgendwann landet auch ihr einen Treffer. Bevor ihr dann aber kauft, solltet ihr das Grundstück auf jeden Fall genauer unter die Lupe nehmen und gründlich recherchieren. Ich habe euch hier ein paar wertvolle Tipps aufgelistet, denn nicht auf jedem Grundstück könnt ihr euer Traumhaus hinsetzen.

1. Bebauungsplan prüfen

Wenn du schon gewisse Vorstellungen hast, wie das Haus aussehen sollte (und auch wenn nicht), dann unbedingt vorab den Bebauungsplan einsehen. Dies kannst du ganz einfach in der Gemeinde erledigen oder dir (so hab ich es gemacht) den Bebauungsplan zuschicken lassen. In diesem Reglement steht drin, welche Dachformen und wie viele Stockwerke gebaut werden dürfen. Wieviel Prozent des Grundstückes bebaut werden darf. Wie viel Abstand zu den Nachbargrundstücken eingehalten werden muss oder wie tief der Vorgarten sein muss (Straßen- / Hausflucht) und weitere Vorgaben.

2. Erschließungen prüfen

Ein ganz wichtiger Punkt – weil sehr kostenintensiv! Wenn ihr ein Grundstück kauft, solltet ihr euch gleich erkundigen, ob der Bauplatz schon erschlossen ist. Sprich, ob das Grundstück bereits an die Kanalisation angeschlossen ist. Ob vor dem Grundstück ein Wasser- und Energieanschluss vorhanden ist. Selbes gilt für Telefon und Kabelanschluss. Mein herzallerliebstes Traumgrundstück war leider nicht aufgeschlossen und ich musste alle Erschließungskosten selbst tragen. Hier könnt ihr mit 10-15 Tausend Euro zusätzlich rechnen (oder auch ein bisschen mehr). Zudem ist der Prozess der Erschließung super mühsam und dauert ewig.

3. Grundbuch prüfen

Im Grundbuch findest du Information über bestehende Hypotheken, etwaige Wegerechte oder Vorverkaufsrechte. Der ganze notarielle Kram, welchen man auf keinen Fall außer Acht lassen sollte. Achtung: Die Einsicht in das Grundbuch kostet aber etwas. Wie viel genau die Einsicht bei mir damals gekostet hat kann ich leider nicht mehr sagen. Die Preise sind seit dem auch sicherlich gestiegen. Es ist kein Beinbruch aber für „nur mal reinsehen“ doch ein bisschen Geld das man liegen lässt.

4. Beschaffenheit prüfen

Auch die Beschaffenheit eines Grundstückes sollte man auf keinen Fall außer Acht lassen. Hanglagen müssen anders bebaut werden als ebene Flächen. Wenn der Grundwasserspiegel in dem Gebiet sehr hoch sein sollte, ist von einem Keller auch auf jeden Fall abzuraten oder eine vernünftige Kellerabdichtung (Dichtbetonkeller) zu wählen. Auch Altlasten aus der Vergangenheiten sollte man prüfen. War hier vor einigen Jahren eine Deponie? Wurde hier Sondermüll entsorgt? Setzt sich der Boden?

5. Wohnumfeld prüfen

Zu guter Letzt solltet ihr dann auch noch das Wohnfeld und eure zukünftige Nachbarschaft auschecken. Ist die Infrastruktur gut? Gibt es in der Umgebung Einkaufsmöglichkeiten, Krankenhaus, Schulen? Ist die Verkehrsanbindung ideal UND ganz wichtig: Ist es in der Nachbarschaft laut? Liegt das Grundstück Autobahnnahe oder neben dem Gleis? Befindet sich in der näheren Umgebung Industrie die nicht nur zur lärm- sondern auch zur geruchsbelästigung führen kann? Bekommt man genug Sonne in den Garten (Ausrichtung des Grundstückes) und so weiter. Hier gibt es so viele Punkte, die für den Grundstückskauf entscheidend aber auch sehr individuell sind.

Bauplatz

Bauplatz Kosten kalkulieren

Wer ein Grundstück kauft sollte wissen, dass neben dem regulären Grundstückspreis noch ein ganzer Haufen weiterer Kosten auf einen zukommt! Ich liste euch diese hier mal im Detail auf.

  • Maklerprovision: Wer ein Grundstück über einen Makler kauft, muss eine Käuferprovision zahlen. Diese beträgt je nach Kaufpreis zwischen drei und vier Prozent des Grundstückpreises.

  • Grunderwerbsteuer: Bei jedem Grundstückskauf muss eine Grunderwerbsteuer entrichtet werden. Diese beträgt auch nochmal um die 3 Prozent des Kaufpreises.

  • Grundbuchsgebühr: Für die Eintragung ins Grundbuch werden auch nochmal 1 Prozent des Kaufpreises fällig. Bei einer Belastung des Grundstücks durch eine Hypothek fallen dann gleich nochmal 1-1,5 Prozent vom Wert des Pfandrechts sowie dessen Eintragung an. Dann kommt noch die Eintragungsgebühr hinzu.

  • Notarkosten: Für den Kauf wird auch ein Kaufvertrag von einem Notar aufgesetzt, der muss natürlich ebenfalls bezahlt werden. Hier kann man auch zwischen 1-5 Prozent des Kaufpreises einkalkulieren.

So ihr Lieben, ich hoffe ich konnte nun all eure Fragen weitestgehend beantworten. Falls ihr aber dennoch Fragen haben solltet, schriebt mir sehr gerne einen Kommentar. Und wenn ihr schon einen Bauplatz gekauft habt oder gar schon Haus gebaut habt, erzählt mir doch mal von euren Erfahrungen. Ich würde mich freuen!