Aktueller Stand der Dinge: es dauert. Auch wenn es in den letzten Wochen ganz schön schnell voran gegangen ist und wir jeden Tag etwas Neues auf der Baustelle zu Gesicht bekommen, wäre ich trotzdem schon lieber raus aus der Rohbau-Phase und kurz vor dem Einzug – so wie es auch ursprünglich (vor Eintreffen der Pandemie) geplant war. Naja, aber was solls, widmen wir uns doch lieber den positiven Dingen und all den Fortschritten, die wir in den letzten Wochen und Monaten gemacht haben.

Davor möchte ich euch aber noch ein paar nähere Details bzw. einen zeitlichen Ablauf zum Hausbau geben. Ich habe mir gedacht, ich verfasse hier so eine Art grobe Rohbau-Zusammenfassung, damit ihr auch sehen könnt wie lange wir in etwa für alles gebraucht haben oder besser gesagt, warum wir für viele Dinge etwas länger gebraucht haben als manche Anderen. Mein nächstes Update wird dann wahrscheinlich schon mehr in Richtung Innenausbau/Einrichtung gehen. Vielleicht sind wir aber auch schon eingezogen? Wer weiß…

Rohbau

Vom Spatenstich bis zum fertigen Rohbau

Sommer bis Winter 2018

Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Baustellentag erinnern. Als der Bagger angerollt kam und wir den Keller ausgehoben haben. Es war der 21.06.2018. Also schon recht lange her. Ich muss hier zu Beginn aber auch gleich dazusagen, dass wir 1. keinen Stress mit dem Bau hatten und 2. unser Bauunternehmer für den Keller echt lange gebraucht hat, weil er unterm Bauen in die Sommerpause ging. Das wussten wir natürlich und war für uns auch wie gesagt nicht so problematisch. In dieser Zeit konnte mein Papa ohne viel Zeitstress die Innenwände des Kellers mauern. Aber jetzt erst Mal alles der Reihe nach.

Der Kellerbau

Am 21.06.2018 wurde also der Keller ausgehoben und am 09.07.2018 auch schon die Schalungsmauern für den Dichtbetonkeller gestellt. Eine Woche später wurden diese dann von außen Isoliert und mit den Innenwänden begonnen. Diese haben wir, wie oben erwähnt, selbst aufgestellt. Lediglich die Hülle des Kellers haben wir über den Bauunternehmer machen lassen. Wir hatten aufgrund des Sommerurlaubes genau einen Monat Zeit für die Innenwände und am 23.08.2018 wurde dann die Decke für unseren Keller geliefert und die restliche Bodenplatte für die Garage und den nicht unterkellerten Bereich fertig gestellt. Wir haben uns für eine Elementdecke entschieden. Die ca. 5 cm starken Betonplatten wurden dann mit einem Kran aufgelegt und kurze Zeit später betoniert. Am 03.09.2018 waren die Arbeiten von unserem Bauunternehmer dann abgeschlossen. Die Bodenplatte war gegossen und der Keller war verschwunden. Wir waren also Startklar um mit dem Rohbau des Hauses zu beginnen.

Wie ihr sehen könnt, hat der Kellerbau letztendlich doch 12 Wochen gedauert. Aber am 15.09.2018 ging es dann richtig los.  An diesem Tag hat mein Dad das Fundament für die erste Ziegelreihe gelegt und ab dann konnte man dem Haus täglich beim wachsen zusehen. Übrigens wurde die Finanzierung fürs Haus genau einen Tag vor Baustart, also am 20.06.2018 unterzeichnet. Falls ihr Fragen zur Finanzierung über die Erste Bank und Sparkasse habt, ein par Tipps zum Thema Hausbaufinanzierung braucht oder einfach nur nachlesen wollt wie meine Erfahrungen beim Kreditabschluss waren, dann klickt euch in meinen Beitrag.

Das Erdgeschoss

Wie gesagt fing mein Papa am 15.09.2018 mit dem Fundament – oder wie man es im Fachjargon nennt – dem Mörtelbett an. Dieses wird mit Nivelliergerät, Anlegebehelf und Alulatte hergestellt und musste dann erstmal antrocknen. Am 20.09.2018 wurde dann die 1. Schar, von den Ecken beginnend, nach Schnur verlegt und mit der Wasserwaage und einem Gummihammer maßgenau eingerichtet. Beim 50er-Mauerwerk wird die 1. Schar mit einem 38er-Ziegel errichtet. Diese wird mit der Kellerdecke bzw. Bodenplatte bündig versetzt. Der Vorsprung wird später mit der Sockeldämmung überdeckt. Klingt komplizierter als es ist. Ab der 2. Schar wird mit 50er-Ziegeln und mit Kleber gearbeitet. Der Planziegel-Kleber ist nicht nur einfach in der Handhabung sondern ermöglicht es auch, den Rohbau quasi alleine aufzustellen. Man braucht keine 3-4 Mann starke Truppe die Beton mischt oder anrührt. Man hat zudem auch einen geringen Aufwand an Arbeitsgeräten und immer eine saubere Baustelle.

Da unser Erdgeschoss recht groß ist und mein Papa auch hier fast alles alleine gemacht hat, war er bis 31.10.2018 gut beschäftigt. Danach wurden erneut die Elementdecken aufgelegt und am 09.11.2018 wurde die Decke fürs Erdgeschoss gegossen – wie man an den Bildern sehen kann natürlich mit einem großen Loch für Atrium, Galerie und Treppe. Fürs gesamte Erdgeschoss – inklusive Garage haben wir etwa 6 Wochen gebraucht. Eine reife Leistung würde ich mal sagen, denn in dieser Zeit wurden mehr als 100 Tuben Kleber und 50 Paletten Mauerziegeln verarbeitet!

Dann kam auch schon die Winterpause. Von November 2018 bis ca. März 2019 passierte erstmal gar nichts auf der Baustelle. Was auch ganz gut war. In dieser Zeit konnte ich wieder fleißig Geld zur Seite legen und sparen. Die erste Kreditrate war zwar erst ein gutes Stück später fällig aber trotzdem habe ich die ruhigen Monate genutzt um nochmal das Budget durchzugehen, neu zu kalkulieren und zu planen bzw. organisieren. Wann genau die erste Kreditrate bei einer Hausfinanzierung fällig ist, ist übrigens von Bank zu Bank und Kreditmodel unterschiedlich. Nähere Infos dazu bekommt ihr dann beim Beratungsgespräch.

Neues Jahr neue Aufgaben

Das Obergeschoss

Wie oben schon erwähnt, haben wir das gesamte Mauerwerk des Hauses mit Planziegel-Kleber verklebt. Für eine fachgerechte Verarbeitung wird eine Mindesttemperatur von konstanten 3-5 Grad vorausgesetzt. Dies war einer der Gründe warum wir über den Winter hinweg so lange ausgesetzt haben. Andererseits wollte mein Dad natürlich auch nicht unbedingt bei einer Eiseskälte am Bau stehen.

Danach ging es voller Tatendrang wieder los! am 18.03.2019 kam der Geologe vorbei um eine Bodenprobe zu entnehmen und alle Voraussetzungen für unsere Wasser-Wasser Heizung zu prüfen. Zum Thema Heizung und Elektrik später mehr.  Eine Woche später, am 25.03.2019 wurden erneut eine große Ladung an Mauerziegeln geliefert und mit dem Kran ins Obergeschoss befördert. Danach wurde das selbe Prozedere wie im Erdgeschoss angewendet. Erstmal Mörtelbett errichten, dann mauern. Am 25.04.2019 waren die ersten Reihen gestellt. Am 13.06.2019 waren die Mauerarbeiten abgeschlossen und es hieß mal wieder warten – diesmal hatten wir nicht so viel Glück mit den Elementdecken. Wir mussten 4 Wochen – bis zum 11.07.2019 warten bis unsere Decken geliefert und mit dem Kran aufgelegt und anschließend wieder betoniert wurden.

Dach und die Fenster

In der Zwischenzeit haben wir die Genehmigung für die Tiefenbohrung der Heizungsbrunnen (den Entnahme- und den Schluckbrunnen) bekommen. Am 02.09.2019 wurden die Brunnen gegraben und am 04.09.2020 kamen die ersten Balken und die Zimmerer haben begonnen den Dachstuhl abzubinden. Wir haben uns für ein 5 Grad flaches Pultdach mit anthrazitfarbenen Blech entschieden. Ein Flachdach hätte uns zwar persönlich sehr gut gefallen, jedoch haben uns viele andere Bauherren und Fachleute – inklusive Papa – davon abgeraten. Da wir uns mit einem normalen Dach aber nicht anfreunden konnten und auch keine Ziegeln wollten wurde es dann ein minimal flaches Pultdach welches ich euch wärmstens empfehlen kann. Auf meinem Instagram Account habe ich ein eigenes Highlight „DACH“ angelegt in dem ihr alles zur Dachaufbau, den Lärmpegel durch das Blech und vieles Mehr nachlesen könnt.

Die Zimmerer waren relativ schnell. Am 23.09.2019 waren sie fertig. Das gesamte Dach war fertig eingedeckt und bereit vom Spengler mit dem Blech verkleidet zu werden. Die waren auch sofort zur Stelle und erstmal gut beschäftigt. Bis Ende Oktober hatten sie mit der Verkleidung zu tun. In der Zwischenzeit – am 27.09.2019 wurde im Haus die Treppe vom Erdgeschoss ins Obergeschoss geschalt und am 05.10.2019 betoniert. Am 21.10.2019 waren sie fertig. Ich bin davor am 12.10.2019 aber für 3 Wochen in die USA gereist und habe viele tolle Arbeitsschritte nur via Foto und Video mitbekommen.  Am 25.10.2019 – kurz vor meiner Rückkehr – wurden die Fenster und die Eingangstür geliefert. Am 28.10.2019 am Montag direkt nach meiner Rückkehr wurden die Fenster dann eingebaut.

Da wir mitten im Haus ein „Loch“ – unser Atrium – haben, konnte mein Papa noch nicht alle Innenwände stellen. Erst nach dem Einbau der Fenstern konnte er die Mauerarbeiten abschließen. Naja und am 30.10.2019 waren alle Fenster und Türen fertig eingebaut. Das Haus war quasi fast zu – nur das Garagentor fehlte noch. Alles war bereit für die nächste Winterpause. Mitte November – genauer gesagt am 18.11.2019 wurden die letzten Ziegeln im Erdgeschoss verklebt. Diesen Winter haben wir aber keine so strikte Pause eingelegt. Während der kalten Monate haben wir die Verschalung der Treppe und Galerie rausgenommen und mit den Elektrikerarbeiten begonnen.

Endspurt mit Zwangspause

So, und damit dieser Beitrag nicht unnötig lange wird und ich zum Thema Elektrik und Installation bzw. Heizung auch sehr sehr viele Fragen via Instagram bekommen habe. Habe ich mich dazu entschieden einen separaten Beitrag mit den beiden Themen zu schreiben. Ansonsten ist zum Rohbau ja nicht viel zu sagen. Wir haben zum Glück auch die Fenster und das Dach Ende 2019 bekommen was die Zwangspause durch Corona nicht all zu schlimm gemacht hat.

Nichts desto trotz sind wir durch den Lockdown und die Sicherheitsmaßnahmen mit unserem Einzugstermin gute 3 Monate nach hinten gerutscht. Einzug im September wird also nix. Wir haben die letzten Monate aber auf jeden Fall echt viel geschafft und ganz schön Gas gegeben. Nicht nur die Elektrik und die Installation ist fast fertig, sondern auch die Zwischendecken im Haus, die Fliesen sind bestellt, das Badezimmer wird bald geliefert, das Garagentor wurde montiert, der Tischler war bereits einige Male vor Ort und hat Maß genommen, das Glasgeländer wurde bestellt und der Maler beginnt in wenigen Tagen mit verspachteln und malen.

Es bleibt bis November – unser neuer Einzugsmonat – aber auf jeden Fall super stressig und super spannend. Mal sehen ob auch alles reibungslos klappt. Sollte es aber nicht klappen und Dezember werden wäre das für uns auch in Ordnung. Zum Glück war die Erste Bank und Sparkasse super kulant und hat ohne Aufforderung beim Login ins E-Banking mittels Pop-Up die Info angezeigt, dass ich meinen Kredit stunden könnte. Das habe ich natürlich in Anspruch genommen denn auch ich war von der Kurzarbeit betroffen. Jetzt muss ich mir zumindest um die Finanzen keine Sorgen machen und kann ein paar Monate aussetzten. Für weitere Updates und Infos solltet ihr auf jeden Fall meinen neuen Haus Account auf Instagram @house.no22 folgen. Da kann ich euch die nächsten Tage hoffentlich schon die Inbetriebnahme unserer Heizung zeigen! We will see :-)