Eines muss man den Korsen lassen, sie dürfen zurecht stolz sein. Auf ihre Sprache, auf ihre hervorragend gute Küche und auch auf die Île de Beauté Korsikas – der zauberhaft vielseitigen Insel im Mittelmeer.

Türkisblaues Meer, weißer Sandstrand, einsame Buchten, wunderschöne alte Dörfer, steile Berge, dichte Wälder und eine schroffe Küstenlandschaft. All das findet man auf der Trauminsel Korsika. Das perfekte Urlaubsdomizil für einen Kombinationsurlaub aus Berg und Strand und all diejenigen, die fernab von riesigen Bettenburgen urlauben wollen.

Wir kommen gerade frisch zurück von unserer Reise, dessen Ausgangspunkt der Garten Korsikas war – die Balagne. Eine Region zwischen den beiden Küstenstädten Calvi und Ile Rousse. Eine wunderschöne hügelige bzw. bergige Landschaft mit weitreichender duftender und fruchtbarer Macchia. In diesem Artikel erfährst du, was du in Calvi und der Umgebung unbedingt machen und sehen solltest.

Die Stadt Calvi

Die Hafenstadt Calvi liegt an der nord-westlichen Spitze der Insel. Mit rund 6.000 Einwohnern ist sie eine der größten Städte Korsikas. Hier haben wir in einer zauberhaften Ferienwohnung von Rhomberg Reisen – der Le Home & A Merula – gewohnt.

Da Calvi eine relativ kleine Stadt ist, kann man an nur einem Tag die kleinen Gassen und die meisten Sehenswürdigkeiten mit dem Mietwagen, dem E-Bike oder auch zu Fuß erkunden. Hier sind unsere Top-Sehenswürdigkeiten, die ihr nicht verpassen solltet:

– Citadelle de Calvi

Die Zitadelle die auf einem wuchtigen Felsvorsprung der Insel thront und einen hervorragenden Blick auf die Bucht Calvi bietet ist das Wahrzeichen der Stadt. Vom 13. bis in das 15. Jahrhundert wurde die Zitadelle erbaut. Von hier aus hat man auch einen herrlichen Panoramablick auf den Hafen, den Strand von Calvi und den Hausberg Capu di a Veta.

– Yachthafen Calvi

Wenn ihr in die Stadt spaziert oder auf der Suche nach einem Restaurant seit, kommt ihr auf jeden Fall am Yachthafen vorbei. Hier könnt ihr große Segelboote und vorbeifahrende Kreuzfahrtschiffe beobachten und dabei leckeres korsisches Essen in den Restaurants zu euch nehmen.

– Kapelle Notre Dame de la Sierra

Die Kapelle befindet sich am höchsten Punkt der Stadt und ist der Ausgangspunkt für eine Radtour oder kurvenreiche Spritztour entlang der Halbinsel von La Revellata. Direkt neben der Kapelle befindet sich auch einer der beeindruckenden Friedhöfe Calvi mit seinen großen Familiengräbern, die eher an ein Mausoleum erinnern als ein herkömmliches Familiengrab.

– Strand von Calvi

Der Strand von Calvi ist insgesamt 5 Kilometer lang und ideal für Familien mit Kindern. Das Meer ist glasklar wie auf den anderen Stränden der Insel. Was Calvi-Strand aber auszeichnet, ist sein flacher Verlauf ins Meer. Ihr könnt hier ewig lange ins Meer laufen und steht immer noch knietief im Wasser. Entlang des Strandes findet ihr auch zahlreiche kleine Bars und Strandlokale.

– Halbinsel Revellata

Die zauberhafte Halbinsel Revellata befindet sich an der südlichen Ausfahrt von Calvi, auf der Route de Porto. In 2,5 Stunden wanderst du von der Halbinsel bis zum Leuchtturm und genießt dabei eine sagenhaft schöne Aussicht. Während unserer E-Bike Tour sind wir ein wenig auf die Halbinsel gefahren oder besser gesagt nur Yann – unser Guide – und Philipp. Ich habe mich die ersten 3 Kehren mit dem Mountainbike runter getraut. Dann war für mich Schluss. Ich hatte ganz schön weiche Knie und wusste, dass ich es zwar runterschaffe, aber der Weg nach oben ganz schön anstrengend werden würde. Deshalb habe ich oben auf die beiden gewartet und habe die wahnsinnig schöne Landschaft auf mich wirken lassen.

– Naturpark von Scandola

Der Naturpark von Scandola hat eine Fläche von 750 Seehektar und 919 Landhektar und ist damit ein Naturraum der vom Meer oder zu Fuß erreicht werden kann. Er besteht aus mehreren roten Granitfelsen die über dem Meer Inseln bilden. Die Größte Insel – die Gargale – trägt als Krone einen Turm und einen Leuchtturm. In diesem Gebiet gibt es äußerst seltene Tierarten wie den Seeadler. Wegen der außergewöhnlichen Schönheit des Meeresgrundes, die die feurig roten Farben der Felsen widerspiegeln wurde der Ort im Jahr 1976 als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Von Port Calvi aus kann man mit dem Boot einen Ausflug machen und dieses Naturwunder bestaunen!

Das Künstlerdorf Pigna

Das meiner Meinung nach charmanteste Dorf in der Balagne ist das mittelalterliche Künstlerdorf Pigna mit seinen engen Gassen, alten Häusern und den knallblauen Fensterläden. Pigna ist ein autofreier kleiner Ort.  Keine Sorge, vor der Dorfeinfahrt gibt es einen sehr großen (aber gebührenpflichtigen) Parkplatz. Wer früh kommt, ergattert noch einen Parkplatz. Am Nachmittag ist es dort ziemlich voll und viele Autos parken entlang der Ortsausfahrt und auf der Straße – hier ist also Vorsicht im Straßenverkehr geboten. Zu Fuß könnt ihr dann durch die ganzen schmalen Gassen schlendern und euch die zahlreichen Kunstwerke in den Vorgärten ansehen, Handwerksstätten besuchen oder auf entzückenden Terrassen einen Espresso schlürfen. Herrlich! Und ein absolutes Muss, wenn ihr nach Korsika kommt. Auch die Sonnenuntergänge – haben wir uns sagen lassen – sollen hier einfach atemberaubend sein.

Lumio und das verlassene Dorf Occi

Lumio ist ein weiteres entzückendes Bergdorf in der Balagne, das sich an einem Berghang befindet. Knapp 1.200 Einwohner leben in dem kleinen Dorf das für seinen Turm der Barockkirche aus dem frühen 19. Jahrhundert Sainte-Marie bekannt ist. 1880 wurde der Kirchturm fertiggestellt. Aber das ist nicht das älteste Bauwerk in Lumio. Die romanische Kapelle Saint-Pierre-Saint-Paul ist eines der ältesten Bauwerke. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Auch Lumio ist ein wunderschönes Dorf, das zum Schlendern einlädt.

Die Ruinen des verlassenen Dorfes Occi liegen auf einem Hügel etwas oberhalb von Lumio. Hier kommt man nur zu Fuß hoch und wird dann mit einem wunderschönen Blick auf den Golf von Calvi belohnt. Die Wanderung dauert etwa 30 Minuten und ist auch für Kinder geeignet.

Ile Rousse oder Isula Rossa

Ich muss gestehen, Ile Rousse hat mich nicht ganz so verzaubert. Vielleicht liegt das aber auch an ihrer Größe. Ile Rousse ist mit seinen ca. 3000 Einwohnern ein Hafenstädtchen und hat mit den anderen Dörfern nicht ganz so viel gemeinsam. Wir haben uns an einem Nachmittag am Hauptplatz – den Place Paolo in ein Café gesetzt und haben den älteren Herren beim Boccia spielen zugesehen. Das hatte schon was! Ganz so sehr wie Pigna hat es mich aber doch nicht gecatcht.

Korsikas ältestes Dorf Sant´Antonino

Sant´Antonini ist ein sehr kleines Bergdorf mit gerade mal 80 Einwohnern, das auf der Spitze einer Bergkuppe thront. Wer hier herkommt, muss auf jeden Fall bei der gleichnamigen Familie Antonini vorbeischauen. Deren Shop liegt direkt gegenüber der Kirche und dem großen Parkplatz unterhalb des Dorfes. Bei Clos Antonini kann man in einem urigen Gewölbe oder im Gastgarten davor Zitronensaft, Traubensaft oder Wein aus eigener Herstellung probieren. Es gibt auch ein Mixgetränk aus Trauben- und Zitronensaft, welches ich euch schwer ans Herz legen kann! Ihr müsst da unbedingt Rast machen, bevor ihr hoch ins Dorf schlendert.

Calenzana – Ausgangspunkt der GR20

In Calenzana haben wir uns einfach treiben lassen und sind durch die Straßen geschlendert, haben Kaffee vor der Kirche getrunken und einfach die tolle Atmosphäre genossen. Das Dorf liegt wunderbar am Fuße des Montegrosso und ist von Olivenhainen umgeben. Insgesamt erstreckt sich Calenzana über eine Fläche von 1800 ha und zählt somit zu einem der größten Dörfer Frankreichs. Bekannt ist Calenzana auch bei Weitwanderern. Denn hier startet auch der bekannteste Weitwanderwegs Korsikas – der GR20.

Aktivparadies Foret de Bonifato

Völlig überrascht war ich tatsächlich vom Foret de Bonifato. Nie im Leben hätte ich mit solch einem großen, weitreichenden und wunderschönen Areal gerechnet. Zusammen mit Fabien – unserem Guide – haben wir eine Wandertour durch Wald und Berg unternommen. Insgesamt 4 Kilometer haben wir etwa zurückgelegt und einiges an Höhenmeter. Über die ganze Tour ging es steil nach oben oder wieder herab. Deshalb empfehle ich euch auf jeden Fall gutes Schuhwerk. So habt ihr beim Abstieg gut Grip. Falls ihr keine Wanderschuhe habt, müsst ihr euch nicht unbedingt welche besorgen. Wir hatten nur unsere Sneakers an – was auch problemlos war.

Wir waren sehr tief im Wald und haben wunderschöne Ecken entdeckt, weshalb ich euch einen Guide schwer ans Herzen legen kann. Die Wege sind zwar markiert, aber ohne Guide hätte ich mich nicht getraut so tief in den Wald zu laufen. Es geht wirklich über Stock und Stein. Die Aussichten, die man bei den einzelnen Lichtungen bekommt, ist wirklich atemberaubend.

Ich hoffe, mein Beitrag hat euch gefallen und ihr freut euch auf noch mehr Korsika! Es sind nämlich noch ein paar weitere Artikel in Arbeit. Wir haben für euch auch zahlreiche Strände abgeklappert und auch ein paar tolle Restaurants besucht, die wir euch in unseren nächsten Reiseguides empfehlen wollen. Falls ihr also schon Lust auf Korsika bekommen habt, dürft ihr die nächsten Artikel auf keinen Fall verpassen. Also, bis bald!