Wollt ihr diesen Sommer eine Terrasse bauen? Dann kann euch dieser Beitrag eventuell weiterhelfen. Egal ob bei der Ausführung, Umsetzung oder bei der Kostenplanung. Ich zeige euch, wie unser Terrassenbau abgelaufen ist und auf was ihr wichtiges achten müsst. Von der Unterkonstruktion bis hin zum Terrassenbelag und den Kosten findest du hier alle wichtigen Infos.

Terrasse planen – First things First

Zuerst müsst ihr natürlich die Terrasse planen. Wir haben uns für eine Terrasse direkt angeschlossen an die Hauswand entschieden und haben dafür eine Bodenplatte gegossen. Vorab musste aber natürlich ein festes Fundament vorbereitet werden (wegen Niveauunterschied). Wollt ihr eine Terrasse mit Holzdielen oder eine Terrasse mit Platten die in Sand gelegt werden? Soll die Terrasse überdacht werden? Und last but not least – wie groß soll die Terrasse werden. Die Terrassengröße ist natürlich sehr ausschlaggebend für den Preis des Projektes.

Da wir einen großen Niveauunterschied zum Garten hin haben und den Pool direkt an die Terrasse anbauen wollten, haben wir uns für einen massiven und festen Untergrund entschieden. Wir haben eine Betonplatte mit Streifenfundament errichtet. Zudem sind wir uns bis dato auch noch nicht sicher, welchen Belag wir für unsere Terrasse nehmen. Damit wir aber dennoch raus in den Garten können und es zumindest halbwegs Staubfrei vonstatten geht, haben wir uns für diese Variante entschieden.

Die Auswahl der Materialien und des Terrassenbelag (Ausschlaggebend für die Höhe)

Wir werden aber zu 90% Natursteinplatten verlegen und in der Nähe des Whirlpools ein Holzdeck mit Holzdielen bauen. Die Natursteinplatten sind einfach die beste Lösung und werden im finalen Endprodukt wohl auch am Besten zur Poolumrandung passen. Wenn ihr also das Maß / die Höhe eurer Terrasse festlegt, müsst ihr dies berücksichtigen. Ein Holzboden braucht eventuell noch eine Unterkonstruktion und auch nicht alle Steine und Platten sind gleich dick. Sucht euch auf jeden Fall schon einen passenden Belag aus oder baut so, dass auch mehrere Varianten möglich sind und ihr nicht zu hoch kommt. Dies ist – wie man bei uns gut sehen kann – aufgrund der bodentiefen Terrassenfenster sehr wichtig.

Vermessen und Ausstecken der Terrasse

Bevor ihr mit dem Ausheben und den Arbeiten für den Unterbau beginnen könnt, müsst ihr die Terrasse erst abstecken und festlegen wo ihr diese haben wollt. Eine Markierung am Boden mit Farbspray aus dem Baumarkt ist hier sehr hilfreich. Danach mussten wir auch schon mit dem Graben der Künette für das Streifenfundament loslegen.

Künetten für Fallrohnre und Leerverrohrung für Strom vorbereiten

Da unser zukünftiger Pool direkt an die Terrassenfläche anschließen soll, mussten wir die Fallrohre / Regenrinnen vom Haus unter der Terrasse verschwinden lassen. Wir finden diese Lösung auf die Zukunft gesehen auch angenehmer. So können wir jederzeit problemlos im Garten ein Loch graben ohne Angst zu haben, auf Rohre zu stoßen. Falls ihr euch aber dennoch gegen diese Methode entscheiden solltet, macht auf jeden Fall ein Foto mit einer Drohne oder vom Dach aus um später genau zu wissen, wo eure Rohre im Garten begraben liegen.

Wir haben uns für eine großzügige Terrasse entschieden, da wir durch unsere Gartengröße einerseits den Platz dazu haben und auch einen großen Tisch für 10-12 Personen aufstellen wollen. Deshalb mussten wir viele lange Künetten graben und Polokalrohne verlegen. Technisch gesehen war das auch nicht schwer und ist auch für Jedermann machbar. Ihr benötigt dazu keine Fachkenntnisse, sondern lediglich einen Spaten, Polokalrohre und einen langen Atem bzw. starken Bizeps.

Für die nötige Stromversorgung im Garten haben wir ein weiteres Polokalrohr vom Keller raus unter der Terrasse durch in den Garten verlegt. Auch das solltet ihr bei eurer Gartenplanung nicht vergessen und auf jeden Fall berücksichtigen. Egal ob Whirlpool, Beleuchtung, Grill oder Pooltechnik. Strom im Garten werdet ihr sicher irgendwann brauchen.

Streifenfundament für Terrasse bauen

Untergrund ausheben und Kiesbett herstellen

Für das Streifenfundament haben wir mit einem Spaten einen etwa 80 bis 90 cm tiefen Graben in der Breite der geplanten Mauer ausgehoben.  In den ausgehobenen Streifen haben wir dann Schotter bzw. Kies gefüllt und etwa alle 2 Meter eine Eisenstange gesteckt. Anschließend muss das “Loch” mit Beton  aufgefüllt werden und begradigt werden.

Schalsteine und Eisen einsetzen und mit Beton auffüllen

Bereits am nächsten Tag konnten wir dann die Schalsteine darauf stellen. Zwei Reihen sind es bei uns geworden. Diese wurden dann ebenfalls mit Mörtel gefüllt. Aber Stein auf Stein, Beton rein und gut ist? So einfach funktioniert es dann doch nicht. Das Spannen einer Richtschnur ist hier auf jeden Fall notwendig. Diese dient als Orientierung und markiert den äußeren Rand der Steinreihe. Die Schalsteinen wurden mit einer Wasserwaage und mit einem Gummihammer waagerecht und senkrecht ausgerichtet. Das wird dann bei jeden weiteren Stein wiederholt bis eine Reihe fertig ist. Danach kann man die zweite Reihe versetzt auf die erste setzen. Erst dann kann man mit dem Füllen der Schalsteine beginnen.

Wir haben den Schalstein aber nicht bis oben komplett gefüllt. Da wir oben drauf dann noch eine Betonschicht bekommen haben, sollte sich diese in den Löchern und Vertiefungen der Schalsteine festsetzten und die ganze Unterkonstruktion so miteinander verbinden.

Verschalung erstellen und Bodenplatte vorbereiten

Für unsere Betonschalung mussten wir das passende Schalungsmaterial präzise und belastbar miteinander verbinden. Wir haben eine ganze Menge gelber Doka-Platten / Schalungsplatten mit vielen langen Schrauben verschraubt. Grundsätzlich empfehlen wir auch eine Betonschalung immer zu verschraubt und nicht zu nageln. Die Druckkraft von frischem Beton entwickelt enorm viel Kraft. Arbeitet hier auf jeden Fall sauber.

Kiesschicht einfüllen und verdichten

Danach musste erstmal der nette Nachbar mit seinem Traktor anrücken und unseren Erdhaufen zur Seite schaffen, damit der Transporter seine Lieferung in den Garten bringen konnte.  Dieser brachte uns dann Kies und Schotter. Die gesamte Terrassenfläche wurde bis auf ein paar Zentimeter aufgefüllt. Die oberste Schicht bestand dann nur aus Schotter, das kann man beim nächsten Bild unter der Folie gut sehen.

Dämmung und Plane verlegen

Auf die oberste Schotterschicht haben wir dann Dämmfolie gelegt. Die Folie zwischen der Sperrschicht und Bodenplatte hat die Aufgabe, ein Durchlaufen des  noch flüssigen Betons während des Betonierens zu verhindern. Außerdem ist es je nach Witterung und Größe der zu betonierenden Fläche wichtig, dass der Beton beim Gießen und Abhärten nicht zu viel und zu schnell Feuchtigkeit nach unten verliert. Also haben wir erstmal Folie in der Unterkonstruktion ausgerollt und diese mit alten Pflastersteinen die wir rumliegen hatten befestigt.

Bewehrung mit Stahlmatten einbringen

Der letzte Arbeitsschritt bevor die Bodenplatte gegossen werden kann. Wir haben Baustahlmatten besorgt und diese in die passende Größe geflext bzw. gezwickt und auf die gesamte Terrassenfläche aufgelegt. Wir haben die Platten auf unsere Pflastersteine gelegt um die Folie nicht zu beschädigen. Ihr könnt hierfür aber auch spezielle Baustahlmatten mit Unterstüzungskörben verwenden die das einreißen verhinden sollen.

Hier ist es wichtig, dass ihr die einzelnen Stahlbewehrung übereinander legt – etwa 20-30 Zentimeter und diese dann durch Rödeln miteinander verbindet. Rödeln oder auch Stahl- oder Eisenflechten genannt, dient zur Lagesicherung damit die Matten nach eingießen des Betons nicht verrutschen oder sich verschieben. Der Unterbau ist somit fertig und der Terrassenbau kann nun mit der letzten Arbeit – der Bodenplatte gießen – abgeschlossen werden.

Betonplatte gießen, verdichten und aushärten lassen

Zu guter Letzt mussten dann ein paar Kubikmeter Beton in die Terrasse fließen. Hier haben wir natürlich nicht selbst gemischt sondern den Pumpwagen kommen lassen. Nach knapp einer Stunde war die Fläche auch voll. Philipp war mit dem Schlauch unterwegs, ich mit dem Edelstahl Rechen und mein Dad war damit beschäftigt den Beton zu glätten. Es genügt bereits, ein Stück Schaltafel an einen Besenstiel zu nageln, um einen funktionalen Betonglätter herzustellen. Mit dem Werkzeug wurde dann unmittelbar über den frisch Beton gezogen. Der Prozess dient dazu, aufgeschwemmten Kies in die Betonmasse wieder hinein zu drücken. Mit Schüttelbewegungen kann der Beton dann auch noch etwas ausnivelliert werden. Eine ziemlich anstrengende Arbeit.

Falls ihr die Terrasse auch direkt an die Hauswand anschießt so wie wir, auf jeden Fall die Rollos runterfahren um die Glasscheiben der Fenster vor Verschmutzung zu schützen und ggf. Fassade oder Fensterrahmen abdecken. Wir konnten von innen die Rahmen ohne Probleme reinigen, weil wir auf die Kellerschächte steigen konnten. Somit haben wir uns das Abkleben erspart.

Danach war es an der Zeit den Beton trocknen zu lassen. Bereits nach ein paar Stunden war dieser hart und konnte mit Wasser gegossen werden um Rissen zu vermeiden oder wenigstens zu verringern. Und das wars dann auch schon. Ab jetzt könnt ihr euch schon Gedanken um den richtigen Bodenbelag eurer Terrasse machen. Wir haben die Terrasse ja im Spätsommer unter den Rohbauarbeiten gemacht und uns entschlossen, dieses Jahr noch keinen Terrassenbelag zu verlegen. Wie gesagt wissen wir bis heute noch nicht welchen Stein wir jetzt letztendlich anschaffen wollen. Mal sehen ob das dieses Jahr was wird.

Kosten beim Terrasse bauen

Ich hoffe meine Anleitung war hilfreich und ich könnt euch nun vorstellen, wie eine Terrasse gebaut wird. Kommen wir nun aber zu der wohl interessantesten Information – den Kosten für einen Terrassenbau. Die gesamte Unterkonstruktion bzw. Unterbau samt Polokalrohre, Eisenmatten, Unterkonstruktion, Beton, usw. Lediglich der Bodenbelag – also Steinplatten oder Holzdielen sind hier nicht mit einberechnet.Hilfsmittel wie Richtschnur, Rüttler und Betonmischwerkzeug hatten wir natürlich auch schon vorab und musste nicht neu angeschafft werden.

Beton für Streifenfundament / 9 Kubikmeter: 1.100 EUR
Beton für Bodenplatte / 9 Kubikmeter: 1.100 EUR
Material wie Eisenmatten, Rohre, Zementsäcke, etc.: 900 EUR
Summe: 3.100 EUR