Es ist eine Weile her das wir euch ein Update bzgl. unseres Hausbaus gegeben haben. Im vorherigen Teil der Reihe hat sich alles um den Rohbau gedreht – hier geht es zum Beitrag.

In diesem Beitrag soll sich alles um das Thema Innenausbau drehen. Allerdings nicht super detailliert, sonst würden wir in 2 Jahren noch an dem Beitrag sitzen. Bei Instagram haben uns vor allem viele Fragen zur Elektrik und zur Heizungsinstallation erreicht, deswegen wird das hier auch ein bisschen der Hauptfokus des Beitrags. Und bevor ihr euch wundert, den Beitrag heute schreibe ich – Philipp. 👋 Ich hab mich größtenteils um die Planung der Elektroinstallation gekümmert. Und mich auch intensiver mit unserer Heizung auseinander gesetzt.

Unsere Fußbodenheizung

Bevor der Estrich gegossen werden konnte, musste natürlich erstmal die Fußbodenheizung verlegt werden. Zu allererst schaffen wir aber mal schnell die Fakten aus dem Weg: Wir haben die FlexoTherm Exclusive Wärmepumpe von Vaillant mit einem passiven Kühlmodul. Die Energie für die Wärmegewinnung kommt bei uns aus dem Grundwasser – also Wasser-Wasser-Heizung. Die Fußbodenheizung liegt bei uns vom Keller bis ins Obergeschoss. Ausgenommen ist nur der Partyraum im Keller, weil wir da die alten Ziegel als Bodenbelag nutzen wollen welche wir auch in der Garderobennische verbaut haben und es dort keinen Sinn gemacht hätte. Zudem haben wir auch in der Speisekammer keine Fußbodenheizung, da wir dort natürlich auch keine wirkliche Heizung brauchen bzw. es für die Lagerung der Lebensmittel besser ist. Wir haben auch darauf verzichtet, uns die Fußbodenheizung in die begehbare Dusche legen zu lassen.

Mittlerweile kann ich euch aber sagen, dass es klüger gewesen wäre, dass zu machen. Nicht wegen dem Komfortfaktor das die Fliesen dort dann auch warm sind, dass ist uns ziemlich Schnuppe, weil wir einfach vor dem Duschen kurz warmes Wasser laufen lassen. Der wichtigere Grund ist die meist geringere Heizfläche die in einem Bad zur Verfügung steht. Dazu muss ich kurz etwas ausholen.

Normalerweise will man, dass das Bad der wärmste Raum im ganzen Haus ist. Je nach Vorliebe bis zu 23/24 Grad warm. Das kann zu Problemen führen, vor allem bei effizienten Wärmepumpen. Das größte Problem ist, dass die Heizfläche durch eine eventuell vorhandene Badewanne stark reduziert ist. Eine Badewanne klaut euch im Schnitt etwa 2qm Wärmefläche (Bei freistehenden Badewannen etwas weniger) bei einem durchschnittlich 10 bis 15qm großen Bad. Das macht dann auf einen Schlag rund 15 bis 20% weniger Heizfläche. Das selbe gilt auch für die Dusche. Das Problem kann man in der Planungsphase umgehen, indem die Legeabstände der Rohre enger gewählt wird. Damit schafft man quasi mehr Heizleistung auf weniger Raum. Sprecht darüber unbedingt mit eurem Heizungsbauer.

Das zweite Problem des Bades kann die Position sein. Bei uns ist das Hauptbad der Raum neben dem Schlafzimmer. Dort steht eine 10er Wand ohne weitere Dämmung. Also ganz normal. Jetzt will man es aber üblicherweise im Schlafzimmer eher kühl haben als warm. Wenn ihr also Thermostate verbaut habt und euer Schlafzimmer auf – sagen wir mal 17 Grad regeln wollt – und der Raum daneben aber auf 23 Grad steht, wird das ganze nie so gut und effizient wie gewünscht funktionieren, weil die Hitze natürlich abstrahlt. Das Bad wird also kühler, das Schlafzimmer dafür wärmer. Hier würde eine einseitig gedämmt Wand schon helfen. Für wen das also interessant ist, denkt auch daran im Rohbau.

Zur Kühlfunktion können wir selbst noch nicht viel sagen, außer das die Wärmepumpe selbst allerlei Fühler und Thermometer eingebaut hat, damit das Wasser im Boden nicht kondensiert. Im Prinzip wird beim Kühlen über die Fußbodenheizung “kaltes” Wasser durch den Boden geschickt, dass dann die Wärme aus dem Raum aufnimmt. Das Wasser darf aber nicht kälter als 16/17 Grad sein. Sonst können sich Tropfen bilden und den Fußboden auf lange Sicht zerstören. Wie gut das Ganze im Sommer dann funktionieren wird, könnt ihr dann auf Instagram verfolgen: @house.no22.

Die Elektroinstallation

Die Elektroinstallation war für uns wohl das mit Abstand nervigste und anstrengendste Thema beim Hausbau. Mal abgesehen vom ersten Planen des Hauses ist das der erste Teil, bei dem man als Bauherr nicht einfach den Handwerken sagen kann: Macht mal, ihr wisst schon was ihr da tut. Weil jetzt geht es darum, was wir eigentlich brauchen. Wo sollen die Lampen hin? Was für Lampen überhaupt? Wollen wir Spots, Deckenleuchten oder doch Wandleuchten? Wie viele Steckdosen brauchen wir? Und wo kommen die hin? Smart Home – ja oder nein? Jalousien elektrisch? Sonstige Elektrodosen wie TV-Dosen oder Dosen für Netzwerkkabel?

Wie ihr seht, muss man sich plötzlich über eine ganze Menge Dinge Gedanken machen. Besonders schwierig war das ganze für uns, weil das alles schon im Rohbau geschehen muss. Wir mussten also plötzlich nicht mehr nur grob wissen, wo welche Möbel stehen werden. Denn danach richtet sich im Normalfall ja auch die Platzierung der Lichtschalter und Steckdosen – und vor allem natürlich der TV- und LAN-Dosen.

Wir haben den allerersten Schalter- und Dosenplan direkt auf dem Papier entworfen – Plan ausgedruckt, alles eingezeichnet, fertig. Und dann stehen wir auf der Baustelle, gehen alles Stück für Stück durch und haben plötzlich doch noch 20 Änderungswünsche. Man vergisst ständig irgendwas und weiß am Ende nicht mehr, was man sich eigentlich am Anfang dabei gedacht hat. Und dann kommt der Tag, an dem man mit den Elektrikern auf der Baustelle steht und geht alles nochmal gemeinsam durch und hat wieder 10 Änderungswünsche. Und nachdem die eingetragen sind, fällt den Elektrikern auch noch die ein oder andere Sache auf, die man besser lösen könnte.

Die Lichtplanung

Der nächste große Schritt war dann die Lichtplanung. Anfangs hatten wir überlegt, alles über Wandleuchten zu regeln. Als wir dann aber gesehen haben, was schwarze Wandleuchten so im Schnitt kosten, sind wir von der Idee ganz schnell wieder abgerückt, außerdem waren wir uns auch nicht sicher, ob Wandleuchten wirklich ausgereicht hätten für eine schöne Beleuchtung. Deswegen ist die Entscheidung für uns dann auf Spots gefallen.

Den Plan hab ich dann einfach mithilfe von Photoshop entworfen. Dazu habe ich mir die einzelnen Räume aus dem Einreichplan herauskopiert und alle Bezeichnungen entfernt. Und danach habe ich zumindest grob geschaut, was die Empfehlungen für die Art des Raumes sind betreffend der Leuchtstärke. Im Büro und in der Küche zum Beispiel soll es heller sein als im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer. Daraus ergibt sich dann eine grobe Anzahl an Spots pro Raum.

Wir hatten uns von Anfang an dafür entschieden, die Spots in einem symetrischen Gitter zu verteilen. Dafür kann man dann jetzt einfach eine Formel hernehmen und dann die Spots entsprechend markieren und eintragen. Für die Leute, die das auch gerade brauchen, hier kurz die Erklärung: In der Lichtplanung sagt man bei Spots die gleichmäßig angeordnet sein soll, dass die Spots untereinander doppelt so weit entfernt sind, wie der erste und letzte Spot von der Wand entfernt ist.

Hier ein kurzes Rechenbeispiel: Nehmen wir an, wir haben eine Decke mit einer Länge von 5 Metern und wollen auf dieser Länge 5 Spots anbringen.

Dazu nehmen wir die Anzahl der Spots mal zwei: 5 x 2 = 10.
Jetzt dividieren wir diese Zahl durch die Raumlänge: 5 / 10 = 0,5.

Diese 0,5m sind der Abstand des ersten Spots von der Wand. Der nächste Spot ist dann 0,5 x 2 = 1m vom vorherigen Spot entfernt.
Am Ende ergibt sich also folgendes Bild:
0,5m – SPOT – 1m – SPOT – 1m – SPOT – 1m – SPOT – 1m – SPOT – 0,5m.

Auf unserem @house.no22 Intsagram Account haben wir in den Licht Highlights noch ein paar weitere Infos zu dem Thema abgespeichert

Mit dieser Aufteilung sind wir super zurecht gekommen und haben fast jeden Raum so geplant. Das ist aber natürlich erstmal alles nur die Theorie auf dem Papier. Geht dazu unbedingt auch nochmal auf der Baustelle in die Räume und schaut, ob ihr in manchen Räumen eine spezielle Beleuchtung braucht, sofern ihr Spots nutzt. Wollt ihr zum Beispiel welche direkt über der Badewanne? Oder über dem Waschbecken? Ist der Raum mit einer Nische. All solche Sachen müssen natürlich auch berücksichtigt werden. Aber das Raster ist zumindest schon mal ein Anfang.

Wir haben dann auch noch im Wohnzimmer und im Schlafzimmer zwei indirekte Lichtstreifen geplant. Auch hier ist es ziemlich gut, wenn ihr das schon im Rohbau wisst. Denn falls ihr abgehangene Decken bekommt, könnt ihr euch dann mit eurem Trockenbauer absprechen, ob er an der Stelle für das indirekte Licht einfach einen Spalt von 5 – 10cm freilässt oder gleich spezielle Trockenbauprofile für indirektes Licht benutzen kann. Kostet alles nicht die Welt, man muss es nur früh genug wissen. Falls ihr da konkrete Produktempfehlungen braucht, wir haben die LED-Stripes von Paulman genommen und sind damit sehr zufrieden.

Unser Fußboden und die ersten Möbel

Was unseren Fußboden betrifft will ich hier erst gar nicht weit ausholen. Hierfür gibt es einen separaten ausführlichen Beitrag den ich hoffentlich in den nächsten Wochen fertigstellen kann. Nachdem das Parkett verlegt war, ging es auch schon zügig weiter und die ersten Möbelstücke wie Küche, Badezimmer Waschtisch und Büro durften in unser Haus einziehen. Die Arbeit machte dann wieder sehr viel Spaß! Und zum Glück – das möchten wir hier in dem Beitrag auch nochmal anmerken – haben wir uns bei diesem Punkt nicht verkalkuliert. Oft passiert es ja, dass sich Häuslbauer im Innenausbau verkalkulieren und für Möbelstücke nachfinanzieren müssen.

Was das Thema Nachfinanzieren betrifft haben wir auch schon sehr viele Anfragen auf Instagram bekommen – hierzu können wir euch aber – zum Glück – keine Tipps geben. Da wir wie gesagt gut mit unserem verfügbaren Geld jonglieren konnten und alles unter einem Hut bekommen haben. Wir haben lediglich von der Kreditstundung oder Verschiebung Gebrauch gemacht, da es nach Einbruch der Pandemie von der Erste Bank und Sparkasse ohne zusätzliche Gebühren möglich war, die Kreditraten nach hinten zu verschieben. Da Julia Mitte 2020 in Kurzarbeit war und es uns nichts gekostet hat, haben wir davon natürlich Gebrauch gemacht. Das Angebot von der Erste Bank und Sparkasse fanden wir richtig toll und spricht mal wieder für unsere Bank!